Los Angeles Das Drama „Moonlight“ sowie der Liebesfilm „La La Land“ haben je einen Golden Globe als bester Film gewonnen. Bei der 74. Preisverleihung am Sonntagabend (Ortszeit) räumte aber vor allem das Musical mit Emma Stone und Ryan Gosling in den Hauptrollen ab. Während sie jeweils für ihre Darstellungen in „La La Land“ geehrt wurden, konnte sich Filmemacher Damien Chazelle gleich zwei Mal freuen – neben dem Preis des besten Regisseurs bekam er auch die Auszeichnung für das beste Drehbuch.

Bei der Annahme des Preises witzelte Gosling, er sei nicht zum ersten Mal mit Ryan Reynolds verwechselt worden. Dieser war ebenfalls in der Kategorie bester Darsteller angetreten; für seine Rolle in „Deadpool“. Gosling bedankte sich zudem bei seiner Familie. Während er am Set gesungen und getanzt habe, sei seine Frau zu Hause im Einsatz gewesen und habe sich unter anderem um ihren Bruder gekümmert, der an Krebs erkrankt sei, sagte er.

Die Verleihung war verzögert gestartet. US-Komiker und Moderator Jimmy Fallon hatte unter anderem Schwierigkeiten mit einem Teleprompter. Sobald die Technik funktionierte, gestaltete Fallon seine Einleitung in den Abend politisch: Er verglich den künftigen US-Präsidenten Donald Trump mit dem jugendlichen König Joffrey in „Game of Thrones“. Zudem sagte er, die Verleihung sei eine der wenigen verbliebenen Orte in den USA, an denen ein „direktes Wahlergebnis“ noch gewürdigt werde. Damit spielte er auf das sogenannte „Popular Vote“ an, nach dem sich Hillary Clinton Donald Trump bei der US-Wahl trotz rund drei Millionen mehr Stimmen geschlagen geben musste. Fallons Einwand ist jedoch nicht richtig: Eine Jury aus 85 Mitgliedern bestimmt unter eigenen Methoden, wer mit einem Golden Globe ausgezeichnet wird.

Eine besondere Auszeichnung bekam Schauspielerin Meryl Streep, die mit dem Cecil B. DeMille Award für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Auch sie äußerte sich politisch. Ohne Trump beim Namen zu nennen erklärte sie, Journalisten und Prominente aus Hollywood würden verunglimpft. Wenn die Mächtigen ihre Position nutzten, um andere zu mobben, würden alle verlieren. Hollywood sei ein Platz, in dem Menschen aus verschiedenen Orten vereint seien, um Zuschauer fühlen zu lassen, was sie fühlten. „Wenn man sie alle tötet, hat man nichts mehr außer Fußball und Kunst-Kampfsport zu sehen - was keine richtige Kunst ist“, sagte sie.

Die Netflix-Produktion „The Crown“ über die britische Königin Elisabeth II. ist als beste Dramaserie ausgezeichnet worden. Für die Titelrolle der Reihe gewann am Sonntagabend Claire Foy auch den Preis als beste Schauspielerin in einer Dramaserie.

Der Preis für die beste Comedyserie ging an das in Deutschland beim Pay-TV-Sender FOX laufende „Atlanta“. Dessen Erfinder Donald Glover gewann auch den Preis als bester Hauptdarsteller in einer Comedyreihe. Er spielt in der Serie des US-Kleinsenders FX einen gescheiterten Alleingänger, der zum Manager seines rappenden Cousins wird.

Bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie wurde Billy Bob Thornton in der Amazonserie „Goliath“. Tracee Ellis Ross gewann als beste Hauptdarstellerin in einer Comedyserie für „Black-ish“. In den USA läuft sie auf ABC, in Deutschland ist sie nur auf DVD oder zum Kauf bei Internetportalen erhältlich. Der Preis war die einzige Auszeichnung für eine Reihe von einem der großen US-TV-Sender.

In den Kategorien für „Miniserie oder Fernsehfilm“ triumphierten zwei Serien zu zeitgenössischen Themen: „The People v. O.J. Simpson: American Crime Story“ wurde zur besten Miniserie erklärt. Schauspielerin Sarah Paulson gewann für ihre Rolle in der Reihe über den Mordprozess des früheren Football-Stars den Preis als beste Darstellerin. Die Serie ist eine Produktion des US-Senders FX - in Deutschland bei Sky Atlantic zu sehen.

Alle drei weiteren Schauspielpreise gingen an „The Night Manager“, eine Thrillerserie nach einem Roman von John le Carré: Tom Hiddleston siegte als bester Hauptdarsteller; Hugh Laurie und Olivia Colman gewannen darin die Preise für Nebendarsteller. Die Serie wurde von der britischen BBC produziert und auch bei Amazon gezeigt.

Der Sender HBO ging in diesem Jahr dagegen überraschenderweise völlig leer aus. Der US-Kabelsender produziert beliebte Serien wie „Game of Thrones“ und die Politsatire „Veep“.

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