Cuxhaven /Nordholz Staub statt Schlamm, Sonnenbrand statt nasser Füße: Normalerweise hat das Deichbrand-Festival in Nordholz bei Cuxhaven keinen guten Ruf – jedenfalls nicht im Hinblick auf das Wetter. Doch in diesem Jahr war alles anders. „Vor fünf Jahren sind wir hier tierisch abgesoffen“, erinnerte sich Peter Brugger, Sänger der Sportfreunde Stiller, am Sonnabendabend auf der „Fire Stage“, der größeren der beiden Open-Air-Bühnen. „Und heute ist so ein schöner, lauer Sommerabend.“

Dem lauen Sommerabend war ein Tag mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von deutlich über 20 Grad vorausgegangen. Während im vergangenen Jahr heftige Unwetter für Verzögerungen im Programm und vor allem für reichlich Schlamm sorgten, war dieses Mal der Staub das Problem. Bereits am Freitagnachmittag waren die Autos auf den Parkplätzen dunkelgrau, und die Fans vor den Bühnen wirbelten beim Tanzen schwarze Wolken auf. „Wir sind glücklich über den Staub“, sagte Daniel Schneider vom Veranstalter, „und wir sind glücklich über das Wetter.“ Von Donnerstagabend bis Sonntagnacht feierten rund 38 000 Musikfans, Mitarbeiter und Künstler die neunte Auflage des Festivals an der Nordseeküste – etwa 10 000 mehr als 2012.

Auf dem Gelände am Zivilflughafen Nordholz hatten die Rettungskräfte alle Hände voll zu tun: Reihenweise dehydrierte Besucher mussten aus dem Gedränge vor den Bühnen gezogen oder auf dem Gelände versorgt werden. Am Sonntag wurde es noch einmal wärmer. „Im Matsch gab es mehr verdrehte Füße, in der Sonne mehr Kreislaufzusammenbrüche“, meinte Schneiders Kollege Marc Engelke. Bereits im Vorfeld habe man Vorkehrungen getroffen: Trinkwasserstellen, Wasserkanonen und die Feuerwehr sorgten für Erfrischung. Trotzdem: „Viele trinken zu wenig.“

Heiß wurde es vor allem vor den beiden Open-Air-Bühnen, wo am Freitag allen voran Rapper Casper für Stimmung sorgte. Die meisten Bands – vor allem die bekannten – kamen aus Deutschland. So spielten unter anderen Frida Gold, Bosse, Jennifer Rostock und Kraftklub. Die fünf Chemnitzer lieferten am Sonnabend eine beeindruckende Show. Höhepunkt am Sonntag war der späte Auftritt der Düsseldorfer Band Die Toten Hosen.

Für eine Überraschung sorgten in diesem Jahr die Security-Mitarbeiter vor den Bühnen. Die Sicherheitskräfte verzichteten auf böse Blicke und feierten stattdessen vor der Bühne mit dem Publikum. Dafür gab es sogar Lob von den Bands. „Das gehört zum Konzept. Da kommt im Publikum kein mulmiges Gefühl auf“, sagte Engelke über die Bremer Firma, die erstmals für die Sicherheit vor den Bühnen sorgte. Zum Konzept zählt auch der Bezug zur Küste: Rund um zwei Beachvolleyball-Felder waren Strandkörbe aufgestellt und sorgten für Urlaubsstimmung.

Insgesamt waren Veranstalter und Rettungskräfte mit dem Verlauf des Festivals zufrieden. Die Polizei zählte bis zum Sonntagnachmittag rund 70 Straftaten, zumeist Eigentumsdelikte. Im Verhältnis zur Größe des Festivals sprach sie von einer „friedlichen Veranstaltung“. Lediglich ein Schwelbrand in einem Imbisswagen sorgte am Sonntagmittag für Aufsehen. Das Feuer war aber rasch gelöscht.


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