JADERBERG Obwohl Otto Blanck (1912–1982) das Malerhandwerk vom Lehrling bis zum Meister ausgeübt hatte, bereitete es ihm mehr Freude, im Amt für Marschen- und Wurtenforschung in Wilhelmshaven zu zeichnen. Warum? Es entsprach seiner Fähigkeit, der Wirklichkeit entsprechend zu arbeiten. Es kam ihm entgegen. Archäologische Funde, niederdeutsche Landschaften, Bauerngehöfte und Stadtansichten waren seine liebsten Motive.

In vielen Fällen haben seine Werke inzwischen bereits den Charakter von Dokumenten erhalten, nicht zuletzt in den Städten Oldenburg und Wilhelmshaven, wo er gelebt und Häuser gemalt hatte, die es heute nicht mehr gibt.

Die Freundschaft mit dem Grafiker Heinz Janszen in Wilhelmshaven sowie die Ausstellungen im „bbk“ bestätigten seine künstlerischen Anlagen. Blanck stand als Berufszeichner dem sachlichen Realismus nahe. Er intensivierte aber die Farben seiner Ölbilder und Aquarelle, was den Werken einen Zug Spätexpressionismus schenkte, ohne die sachliche Darstellung von Feldern und Häuserzeilen, Bauernhöfen und Bildnissen von Freunden aufzugeben.

Blanck hat die alten Gehöfte vor der Natur an einem Tag gemalt, ehe die Nacht hereinbrach. Das begründet die spontanen starken Pinselstriche, die seiner Malerei das Rückgrat gaben.

Die dankenswerte Retrospektive im Künstlerhaus Jan Oeltjen in Jaderberg (Bahnhofstr. 4) hat viele Sammler angeregt, ihre Werke von Blanck zu erfassen und für ein Werkverzeichnis zugänglich zu machen. Die Ausstellung ist bis 18. Mai geöffnet.

Zum 100. Geburtstag richtet das Stadtmuseum Oldenburg dem Maler Erich Stumpenhorst-Heger (1908–1992) eine Gedächtnisausstellung aus. Der Künstler wurde in Oldenburg geboren und starb in Karlsruhe, wohin er 1939 als Chefdramaturg berufen worden war.

Seit 1968 hatte er sich der bildenden Kunst gewidmet. Die Ausstellung präsentiert Kompositionen mit flatternden Blättern im Wind, bei denen es weniger um die verfallende Schönheit von Pflanzen geht, als um eine intensive Beschäftigung mit verschiedenen Techniken und Materialien des Malens.

Die Leichtigkeit der bewegten schwebenden Motive beruht auf Erfahrungen mit Musik, mit Rhythmus und Variation, aber auch auf einem Sinn für Spannung und Dramatik, der ihm für die Bühnenarbeit schon in Oldenburg zugute gekommen war, wie nachgelassene Notizen zur Inszenierung von „Stedingsehre“ in Bookholzberg belegen.

Das Malen war für ihn ein Umgang mit Materialien, die allerdings sehr sparsam eingesetzt wurden. Erich St. Heger, wie er sich nannte, hatte 1978 viele seiner Arbeiten dem Stadtmuseum Oldenburg vermacht, das jetzt an ihn erinnert und damit manifestiert, dass seine Bildideen der Tradition des Informel nahestanden und er stilistisch mit Helmut Rehme und Reinhard Pfennig in einer Reihe steht.

Die Werke von Erich St. Heger sind noch bis zum 18. Mai im Stadtmuseum Oldenburg zu sehen. Zur Ausstellung wurde auch ein Katalog erstellt.

Die Holzskulpturen von Armin Göhringer aus Zell am Schwarzwald werden jetzt das erste Mal im Norden, in der Galerie Moderne in Bad Zwischenahn, gezeigt. Ausgangspunkt vieler Arbeiten ist schlicht ein Brett.

Beide Flächen werden in vertikale und horizontale Streifen geschnitten, bis es zu Durchbrechungen des Brettes kommt und auf diese Weise „Lichtlöcher“ entstehen. Der Bildhauer zielt darauf ab, die kompakte Masse eines Holzbrettes aufzulösen und in ein spannungsvoll fragiles Objekt zu verwandeln.

Die Struktur ist vertikal und horizontal ausgerichtet und trägt zahllose feine Grate und Brüche in sich. Auf diese Weise erhalten die Streben alle einen eigenen Charakter.

In anderen Skulpturen bleiben nur der Rahmen eines Brettes und ein fester Basis-Klotz erhalten. Die Fragilität wird auf die Spitze getrieben. Das Brett wird verwandelt. Es verliert Eigenschaften wie Festigkeit, Undurchlässigkeit, Tragfähigkeit. Es gewinnt Transparenz, scheinbare Beweglichkeit und Empfindsamkeit.

Göhringer schwärzt das Holz vieler Skulpturen, was ihnen den Eindruck von Festigkeit, vielleicht sogar von eisenharter Substanz verleiht – ganz im Gegensatz zu den Arbeiten, bei denen die Naturfarbe des Holzes bewahrt bleibt.

Eine dritte Gruppe von flächigen Arbeiten an der Wand wird teilweise mit Büttenpapier umspannt, was die Empfindlichkeit noch zuspitzt. Das Weiß verliert im Laufe der Zeit seine Reinheit, wird grau und erweitert damit den Kanon plastischer Möglichkeiten.

Die Holzskulpturen von Göhringer kann man bis zum 15. Juni in der Galerie Moderne in Bad Zwischenahn (Am Delf 37) bestaunen.

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