München Mit 70, da werde sie ihren größten Triumph feiern, scherzte Schauspielerin Christine Kaufmann vor Jahren. Denn dann komme sie, die nie beim Schönheits-Operateur unterm Messer lag, groß raus: Sie werde die Einzige sein, die Rollen wie Miss Marple übernehmen könne, „weil es sonst keine alt aussehenden Frauen geben wird“.

Am kommenden Sonntag wird Christine Kaufmann, die „schönste Großmutter Deutschlands“, nun tatsächlich 70. Wie zum Beweis ihrer einstigen These steht sie in diesen Tagen als skurrile Geisterbeschwörerin in Noël Cowards Schauspiel „Funkelnde Geister“ im Landestheater Linz auf der Bühne. „Das macht mich sehr glücklich. Ich wollte immer diese Rolle der komischen Alten spielen, die schon Margaret Rutherford gegeben hat“, verriet Kaufmann kürzlich.

Von Kindesbeinen an stand die in Gröbming in der Steiermark geborene Tochter eines ehemaligen deutschen Offiziers und einer französischen Maskenbildnerin im Rampenlicht. Erste Schritte ins Showleben macht sie mit sieben Jahren im Ballett des Münchner Gärtnerplatz-Theaters. Nach einem Filmdebüt in dem Zirkusfilm „Salto mortale“ spielt sie sich als Neunjährige in dem Streifen „Rosen-Resli“ unter der Regie von Harald Reinl 1954 in die Herzen der Kino-Zuschauer. Die Karriere als Kinderstar war für sie allerdings alles andere als verlockend. „Die Verantwortung, als Neunjährige eine Familie erhalten zu müssen, war fast zu viel für ein Kind“, so die Schauspielerin.

Mit 15 dann die höchste Auszeichnung: Für ihr Hollywooddebüt in „Stadt ohne Mitleid“ (1961) erhält sie einen Golden Globe. Die Kritik feiert sie, die an der Seite von Kirk Douglas ein Kleinstadtmädchen spielt. Es folgen Engagements in Hollywoodstreifen wie „90 Minuten nach Mitternacht“ (1962) oder „Taras Bulba“ (1962). Die junge Frau macht auch privat Schlagzeilen: 1963 heiratet sie den 20 Jahre älteren Tony Curtis und zieht sich für Jahre von der Filmarbeit zurück. Keine glückliche Ehe, wie sie immer wieder beteuert. Als die Ehe nach fünf Jahren geschieden wird, kehrt sie mit ihren beiden Töchtern nach Deutschland zurück. Dort gelingt ihr das Comeback: Sie ist in TV-Serien wie „Der Kommissar“ und „Derrick“ zu sehen. Unvergessen ihr Auftritt als „Olga“ in der Serie „Monaco Franze“.

Neben ihrem Theater-Engagement schreibt sie gerade an einem weiteren Buch, vertreibt ihre Kosmetiklinie und pflegt das Familienleben: „Ich interessiere mich für ein gutes Leben, nicht für ein langes.“

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