OLDENBURG „Können sie noch?“ Die Historikerin und Schriftstellerin Uta Stolle blickt nach fast eineinhalb Stunden Lesung aus ihrem Buch „Das resedagrüne Sofa“ (Edition von der Au, 349 Seiten, 22,50 Euro) auf. Mit einem aufgeweckten und eindringlichen Blick mustert sie die Zuhörer in der Landesbibliothek Oldenburg. Das Publikum bejaht ihre Frage dankbar. „Das ist gut. Ich kann noch lange!“, kontert Stolle trocken.

Klar kann Stolles Publikum noch, schließlich gibt es auf ihrer Lesung allzu Bekanntes in Buchform veröffentlicht, in Literatur gebündelt zu entdecken: „Das resedagrüne Sofa“ ist ein Sittengemälde, das tiefe Einblicke in das Leben in Norddeutschland des letzten Jahrhunderts widerspiegelt, ein Familienroman, der anhand von vier Generationen die Geschichte des 20. Jahrhunderts reflektiert. Große Teile des Romans spielen im Oldenburger Land, was beim Publikum einen großen Wiedererkennungsreflex auslöste.

So richtet Stolle das Haupt-augenmerk auf ihre Protagonistin Magdalena, die 1906 auf einem Bauernhof in Huntlosen geboren wurde und Mitte der 1920-Jahre Georg Otten, „einen Hallodri aus Großenkneten“ heiratet, der schon früh in die NSDAP eintrat.

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Detailverliebt schildert die Schriftstellerin das harte Hof-leben auf einem Bauernhof im Oldenburger Land, den Ausbruch des Ersten Welt-kriegs, die Weltwirtschafts-krise, die Etablierung der NSDAP. Präzise recherchiert, wie es sich für eine Historikerin gehört, hangelt sich Stolle von historischer Begebenheit zu historischer Begebenheit.

Sie verarbeitete unzählige Quellen, um ihre Protagonisten versiert und tief in die Geschichte des 20. Jahrhunderts einzubetten und gibt dabei einen realistischen Blick auf das Leben in der damaligen Zeit. Stolles ständiger Begleiter: Ihre unbändige Fabulierlust: Da blättert der Dorflehrer „knitternd und knatternd“ die Zeitung um, ein „girrendes Lachen“ ist zu vernehmen und da hängt schon auch einmal der Himmel wie ein Abwaschlappen über Oldenburg. Und diese Fabulierlust, eine Fabulierlust, wie sie nur eine Historikerin haben kann, grenzt dann auch „Das resedagrüne Sofa“ von gewöhnlichen Geschichts-Romanen ab.

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