New York (dpa) - Der aus Esslingen stammende Künstler Tim Bengel, der großformatige Bilder aus geklebten Sandkörnern erstellt, ist zufrieden mit seiner ersten Ausstellung in New York.

Das Opening war der Knaller", sagte der 25-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Die Gäste seien teils weit angereist: Einige seien 15 Stunden aus Arizona gekommen, sogar eine Kunststudentin aus Chile sei zu Gast gewesen, sagte Bengel. "Dass Leute meine Ausstellung zum Anlass nehmen, eine halbe Weltreise zu machen, ist schon ein Kompliment.

Bengel nimmt eigene Fotos sowie frei verfügbare Fotos anderer als Grundlage und verwandelt sie in eine klebrige Fläche im Großformat. Darauf setzt er mit Hilfe eines Skalpells und Schablonen die Sandkörner. Ein kurzes Video seiner Arbeit, das ihn 2015 schlagartig berühmt machte, wurde Bengel zufolge inzwischen über mehrere Internet-Plattformen zwischen 250 und 300 Millionen Mal geklickt.

Kritik, dass er aus fremdem Eigentum Kapital schlage, weist Bengel zurück. Jeff Koons oder Andy Warhol, der ein Presse-Foto von Jackie Kennedy per Siebdruck vervielfältigte und für Kunst erklärte, hätten ähnlich gearbeitet. "Fotos haben heutzutage auch nicht mehr so einen großen Wert", sagt Bengel mit Blick auf die Millionen Fotos, die täglich bei Instagram hochgeladen werden. Zudem hole er sich inzwischen immer auch die Freigabe des jeweiligen Fotografen.

Die Ausstellung "Monuments" in der H.G. Contemporary Gallery läuft noch bis 3. Oktober. Danach ist Bengel als Ehrengast auf der Biennale in Florenz zu sehen - eine "Ehre, die normalerweise nur 60- bis 70-Jährigen für ihr Lebenswerk zuteil wird." Neben Schauen in Los Angeles und Miami habe er Anfragen aus Hongkong und Taiwan und dem arabischen Raum.

Und Bengel denkt noch größer: "Ansonsten wäre es natürlich schön, wenn ein Bild von mir im MoMA hängen würde." Sein Kunststudium an der Universität Tübingen liegt erstmal auf Eis.

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