Bremen Als vor zwei Jahren mit großem Medienrummel, mit Ausstellungen, Fernsehsendungen und Reportagen der 125. Geburtstag des Künstlerdorfes Worpswede gefeiert wurde, war auch in der Music-Hall in der Finndorfstraße ein lautstarkes Prosit zu hören.

Der rührige Musicclub, der wegen seiner intimen und dichten Live-Atmosphäre Prominenz aus Rock, Jazz und Kabarett anzieht, wurde im gleichen Jahr nämlich gerade 20 Jahre alt. Gegründet wurde der gemeinnützig arbeitende Musikverein 1994 vom 2007 verstorbenen erklärten Musikfreak Hans-Dieter Ludwig, kurz nur H. D. genannt.

Das Haus hat eine lange Geschichte, die bis weit ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Das Gebäude wurde als Gasthof und Theatersaal genutzt, im Kaiserreich fanden Ringwettkämpfe, Volksfeste, Faschingsbälle und Revuen statt. Entertainment war angesagt.

Ab 1994 hielt dann die internationale und nationale Blues-, Rock und Soulszene Einzug: John Mayall, Eric Burdon, Manfred Mann, Robert Cray, Bill Haley, die 17 Hippies, Till Brönner und im Kabarett- und Kleinkunstsektor Otto Sander, Dieter Hildebrandt, die Leipziger Pfeffermühle, Götz Alsmann, Axel Prahl und viele andere.

Dass das aktuelle Silbermondkonzert mit dem Album „Leichtes Gepäck“ Ende Februar nach wenigen Stunden ausverkauft war, beweist erneut die Popularität des Clubs und die Magie des Ortes.

„Wir machen nur Sachen, die uns selbst gefallen und uns Spaß machen“, erzählte Music-Hall-Gründer Hans-Dieter Ludwig (wie immer mit Hut und Lederweste), als wir vor zehn Jahren am Sonntagmorgen eine Nordwestradio-Live-Sendung aus der Music-Hall präsentierten und die Aktivitäten des Clubs vorstellten.

Die Sonne schien, Staubkörnchen wirbelten durch die Luft, und es roch nach Kneipe und dem Konzert vom Vorabend. Ludwig fügte hinzu: „Es ist auch so, dass es den Künstlern hier gefällt, weil es ein gemütlicher Club ist und viele vor der Anonymität der großen Hallen flüchten. Und backstage ist auch immer einiges los: Roger Chapman zum Beispiel hat die halbe Nacht an der Worpsweder Theke verbracht…“

Heute führt Doris Fischer, die früher für die Pressearbeit zuständig war und von Anfang an dem Freundeskreis angehörte, die Geschäfte und fühlt sich genau dieser Tradition verpflichtet. Sie konnte Ludwigs Kontakte nutzen und sie weiter ausbauen, die Grundpfeiler waren gelegt. Inzwischen wurde das Programm modernisiert, um Jazz und Weltmusikprojekte erweitert, um, so Fischer, nicht als Oldieschuppen wahrgenommen zu werden.

Zudem hat die Konzert-Managerin ihre Akzente gesetzt und mehr Frauen auf die Bühne geholt: Lyambiko, Rebecca Bakken, Helen Schneider, Inga Rumpf oder Jocelyn B. Smith, auch das Nordwestradio-Festival „Woman in (e)motion“ macht regelmäßig Station in Worpswede, am 10. März mit Oum (Marokko) und am 11. März mit Faustine (Frankreich).

Die Music-Hall zieht Stars an: An diesem Freitag ist eine Rocklegende zu Gast, Wishbone Ash, am Sonnabend gibt es die faszinierenden Songs von Queen in einer mitreißenden Cover-Performance, und am 10. Februar steht ein Gitarrenrocker auf der Bühne: Ex-Scorpion Michael Schenker.

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