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Potsdam „Effi Briest“ als Oper, eine App und ein Computerspiel über Theodor Fontane: Das sind nur ein paar Höhepunkte des endenden Gedenkjahrs 2019. Am 30. Dezember wäre der Schriftsteller 200 Jahre alt geworden.

Die Bilanz der Organisatoren fällt positiv aus: So habe sich die Zahl der Besucher im Fontane-Archiv in Potsdam im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht, wie Rainer Falk sagt. Auch die Digitalisierung wissenschaftlicher Beiträge über den Dichter stoße „auf anhaltendes Interesse“, so der Archivar. Eine soeben eröffnete mobile Ausstellung soll das Angebot über das Jubiläumsjahr hinaus verstetigen.

In den Projekten ging es nicht allein um Rückschau und Würdigung, sondern auch um eine kritische Aktualisierung. So sorgen inzwischen manche Aussagen des Schriftstellers zur „Judenfrage“ für Irritation. Die Gedankenwelt des Autors sei „von jenen Ambivalenzen durchzogen“, mit denen sich Menschen auch heute plagten, schrieb der Literaturkritiker Ijoma Mangold in der „Zeit“. Daher habe Fontane dem heutigen Leser viel zu sagen.

Vereinfachungen seien bei Fontane schwierig, fügt die Literaturwissenschaftlerin Anett Lütteken im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur hinzu – „weil er so ein riesiges Oeuvre hinterlassen hat. Die Forschung muss seine Gedichte im Blick haben wie die ,Wanderungen durch die Mark Brandenburg’.“

Geboren 1819 in Neuruppin als Sohn eines Apothekers, war Fontane auch selbst in diesem Beruf tätig. Allerdings nur für zwei Jahre: Ab 1849 entschloss er sich, als freier Schriftsteller zu leben. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten schuf er Romane und Erzählungen, die bis heute hoch geschätzt werden: „Vor dem Sturm“, „Grete Minde“, „Schach von Wuthenow“, später „Effi Briest“. Einer seiner bekanntesten Romane, „Der Stechlin“, wurde erst in seinem Todesjahr 1898 fertiggestellt. Detaillierte Beschreibungen zeichnen Fontanes Werk aus, ein feiner Sinn für Ironie und nicht zuletzt unvergleichliche Wortschöpfungen.

Die Vielzahl der Orte, die sich am Jubiläumsjahr beteiligt haben, spiegelte die Verbundenheit des Dichters mit seiner Heimatregion. Zum Beispiel das havelländische Ribbeck: Fontane machte das Dorf weltbekannt mit seiner Ballade über den Gutsherrn, der seine Birnen an Kinder verschenkt.

Laut Umfragen ist „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ das beliebteste Gedicht der Deutschen. Der Birnbaum, der lange aus der Familiengruft derer von Ribbeck wuchs, wurde 1911 von einem Sturm umgeweht. Findige Touristiker sorgten dafür, dass es in Ribbeck heute wieder einen Birnbaum gibt.

Nicht zuletzt ging es im Jubiläumsjahr um Bücher. „Lies mehr Fontane“, so der Appell eines Plakats, das der Grafikdesigner Sebastian Franzka in Anlehnung an die berühmte Werbung der US-Army gestaltet hat. Ab und zu, erklärte der Künstler, solle man „an die Quelle zurückgehen“.

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