München Doris Dörrie gilt als erfolgreichste Kino-Regisseurin in Deutschland. Der Kultfilm „Männer“ geht ebenso auf ihr Konto wie „Bin ich schön?“ oder „Glück“. Am Dienstag (26.5.) wird die Filmemacherin 60 Jahre alt. Zurzeit dreht sie „Grüße aus Fukushima“, einen Film vor dem Hintergrund der großen Reaktorkatastrophe, der im März 2016 ins Kino kommen soll. Es ist ihr zweiter Film in Japan nach dem Erfolg mit „Kirschblüten - Hanami“.

„Ich habe das Gefühl, dass ich es als junge Frau sehr viel einfacher hatte, weil ich jung war, sehr oft Minirock trug und weil ich die Einzige war. Ich war so etwas wie der Unterhaltungsfaktor, ich war immer die Ausnahme“, sagte sie im vergangenen Jahr bei der Veranstaltung „Die Stunde der Frauen“ der Zeitschrift „Brigitte“ in Hamburg. Auf der anderen Seite habe sie nach Jahrzehnten im Filmgeschäft festgestellt, dass sie im Kulturbetrieb nicht so ernst genommen werde: „Das ist eine sehr männliche Bastion.“

Eben darum, weil sie als Frau im Regie-Fach eine Rarität ist, setzt sich Dörrie in der Initiative Pro Quote Regie gemeinsam mit 170 anderen Regisseurinnen für eine Frauenquote in der Filmförderung ein.

Ihre Kritik: Unter 115 vom Deutschen Filmförderfonds (DFFF) im Jahr 2013 geförderten Projekten seien nur 13 von Regisseurinnen gewesen. „Es ist nicht schön, dass wir die Quote brauchen, aber es scheint so, dass wir sie brauchen.“

Dörrie wurde in Hannover geboren und drehte 1983 mit „Mitten ins Herz“ ihren ersten Kinofilm. Der Durchbruch gelang ihr 1986 mit der Komödie „Männer“ mit Heiner Lauterbach und Uwe Ochsenknecht. Im Jahr 2000 erschien ihr erster Roman „Was machen wir jetzt?“.

Heute lebt Dörrie in München. Dort ist sie Professorin an der Hochschule für Fernsehen und Film. „Zuallererst ist Schreiben Handwerk. Üben. Weiterschreiben, sitzen bleiben“, schreibt sie auf der Internetseite ihres Lehrstuhls für kreatives Schreiben. „Ob es dann Kunst ist, stellt sich viel später heraus. Das ist mein Hauptziel in der Arbeit mit den Studierenden: Schreiben als Handwerk aufzufassen und dadurch auch die Angst davor zu verlieren.“

Dörrie engagiert sich auch politisch und sprach beispielsweise im Januar auf einer Gegendemonstration gegen die Islam-Gegner von Pegida in München. Die Filmemacherin hat eine Tochter und ist mit dem Chef der Constantin Film, Martin Moszkowicz, liiert.

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