Bremen Im vergangenen Jahr hat der französische Performance-Künstler Virgile Novarina in Worpswede noch einen Kunstpreis für seine Beschäftigung mit dem Phänomen Schlaf bekommen. Jetzt ist er demnächst im Bremer Paula Modersohn-Becker-Museum in einer Ausstellung vertreten, die sich umfassend mit dem Schlaf in der Kunst beschäftigt.

Die „produktive Zeitverschwendung“ ist vom kommenden Sonntag an bis zum 4. Februar zu sehen und umfasst 70 Kunstwerke, darunter auch Arbeiten von Gustave Courbet und Andy Warhol, Edvard Munch und Ernst Barlach.

Große Inspiration

Allein in den Bremer Sammlungen befinden sich drei Gemälde der Malerin Paula Modersohn-Becker, die das Thema aufgreifen: die liegende Mutter mit Kind, der schlafende Otto Modersohn und ein friedlich schlummernder Säugling. „Diese Kunstwerke waren es, die den Anstoß für die Sonderausstellung gaben“, sagt Museumsdirektor Frank Schmidt. „Und die erstaunliche Tatsache, dass dieses Motiv bisher noch in kaum einer Kunstausstellung in Deutschland behandelt wurde.“

Dabei sei es offensichtlich, dass der Schlaf für Kunstschaffende über die Grenzen der Jahrhunderte und Genres hinaus eine große Inspiration gewesen sei.

Jeder betroffen

Vor diesem Hintergrund beleuchtet die Bremer Ausstellung vor allem fünf Aspekte: Den privaten Schlaf, den Schlaf im öffentlichen Raum, den Schlaf im Märchen und den erotischen Schlaf. Dazu kommt noch das Selbstbildnis im Schlaf, bei dem Künstler wie Novarina versuchen, dem Wesen des Schlafs im Selbstversuch auf den Grund zu gehen.

„Die internationalen Leihgaben reichen vom klassischen Gemälde über die Fotografie bis zur Performance und stellen in unserer rastlosen Gesellschaft ein Zeugnis und Plädoyer für den Schlaf als produktive Zeitverschwendung dar“, meint Museumsleiter Schmidt. Ihre Unterschiedlichkeit belege die individuelle Beziehung, die im Grunde jeder Mensch zum Schlaf habe.

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