Schauspieler Gerd Baltus ist tot
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Schauspieler Gerd Baltus ist tot

Oldenburg Der Vater des zwölfjährigen Henri starrt nur noch trübselig aufs Goldfischglas. Sein Sohn versucht alles, ihn aus seiner Depression zu reißen. In ihrem Roman „Der Goldfisch ist unschuldig“ hat die Wiener Autorin Tanja Fabsits dieses heikle Thema so leicht und einfühlsam beschrieben, dass sie dafür mit dem renommierten Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg ausgezeichnet worden ist. Die Autorin nahm am Montagabend den mit 8000 Euro dotierten Förderpreis im Alten Rathaus entgegen.

„Noch durch die ernstesten und traurigsten Momente“ führe die Autorin ihre Leserinnen und Leser „mit großer Leichtigkeit“, lobte Autorin und Illustratorin Ute Krause die Geehrte in ihrer Preisrede.

„Wie viel Happy End verträgt dieses Thema?“ Über diese Frage habe sie mit ihrer Lektorin mehrfach diskutiert, sagte Tanja Fabsits im Gespräch mit dieser Zeitung. Letztlich habe sie sich entschieden, ihren Leserinnen und Lesern Mut und Hoffnung zu vermitteln, denn „dieses Medium ist so wunderbar geeignet, den Kindern eine Hand zu reichen“.

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Es ist bewusstes literarisches Kalkül, die Krankheit des Erwachsenen den Roman nicht dominieren zu lassen. „Ich wollte ganz im Erleben des Kindes bleiben“, sagte Fabsits. Welche Therapie der Vater einschlagen sollte, ja überhaupt die präzise Bezeichnung der Krankheit findet im Text deshalb konsequent keinen Platz. Für den Jungen sei es wichtiger, wie er diese bedrückende Situation für sich ins Positive wenden könne, erklärt Fabsits. Deshalb stellt sie ihrem Helden die Figur des exzentrischen Hausmeisters Montesanto an die Seite. So ist letztlich ein Roman von beglückender Trauer entstanden.

Herausragend unter 212 Einsendungen

Der Roman „Der Goldfisch ist unschuldig“ von Tanja Fabsits ist im Verlag Tyrolia erschienen (168 Seiten, 14,95 Euro)

Autorin Tanja Fabsits wurde 1976 geboren und arbeitet als Redakteurin für Wissenschaft und Medizin in Wien.

212 Einsendungen gab es in diesem Jahr insgesamt, darunter 63 verlegte Werke und 149 Manuskripte.

Seit 1979 vergibt die Stadt Oldenburg den Preis. Als Förderpreis dient er dem Ansporn und der Ermutigung von Autorinnen und Autoren.

Für die Jury ist diese Strategie aufgegangen. „Wenn diese Krankheit mit Fachwörtern beschrieben worden wäre, hätte ich das auch im Internet nachlesen können“, sagte Jurymitglied Katharina Zedler, Schülerin der IGS Flötenteich. „Wie verändert eine solche Krankheit ein Leben? Genau so etwas soll ein Buch vermitteln“, lobte die 15-Jährige die literarische Qualität. Vorweihnachtliches Wohlgefühl gibt es dazu: „Ich glaube, jede Leserin und jeder Leser wird das Buch mit einem warmen Gefühl im Bauch zuschlagen“, sagte Ute Krause..

Eigentlich war die Geschichte zunächst als Bilderbuch für Erwachsene gedacht gewesen. Als Tanja Fabsits einen erklärenden Text dazu schrieb, kam der so gut an, dass sie daraus das nun prämierte Kinderbuch entwickelte. Der Schritt, daraus ein Kinderbuch zu schreiben, lag gar nicht so fern. „Es war schon als Wechselspiel zwischen dem Jungen und dem Vater angelegt, bei dem beide etwas voneinander lernen.“

Neben Tanja Fabsits waren Nora Hoch mit ihrem Roman „Das Salzwasserjahr“ und Christine Zureich mit ihrem Roman „Ellens Song“ für den Preis nominiert. Auch ihre Arbeiten seien „herausragende Texte, die sich mit dem Thema Bindung und Zusammenhalt beschäftigen: mit dem Wunsch, in der Familie, Heimat oder in der neu gewonnenen Gemeinschaft den ersehnten Frieden zu finden oder sie gar zu verlassen, um das Glück in der Ferne zu suchen“, sagte Illustrator und Jurymitglied Mehrdad Zaeri.

Die Jury sei sich bei den drei nominierten Büchern rasch einig gewesen, sagte Jurymitglied Tobias Kurwinkel, Professor für Literaturdidaktik mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur an der Universität Duisburg-Essen. Es seien viele großartige Texte eingereicht worden. Dagegen sei das Angebot an guten Illustrationen in diesem Jahr eher rar gewesen.

Timo Ebbers Ltg. / Online-Redaktion
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