Oldenburg Ein Spielzeitmotto? Das lehnt Generalintendant Christian Firmbach auch für die nächste Saison 2018/19 ab, seine nunmehr fünfte am Oldenburgischen Staatstheater. Zu beliebig! Wieder stehen 32 Premieren auf dem Programm, das im Grundsatz die Vielfalt zum Prinzip erklärt. Einfach ein „Kessel Buntes“ ist dennoch nicht zu befürchten, sondern ein Spielplan, der zugleich Kontinuität mit Anspruch und politisch relevanten Themen verknüpft.

Das große „Ring“-Projekt wird zum Auftakt am 22. September mit „Siegfried“ fortgesetzt. „Noch einmal eine Stunde länger als die ,Walküre‘“, sagt der 50-Jährige und vermeldet, dass nun auch ein Heldentenor fest zum Ensemble gehöre. Der Ungar Zoltán Nyári, der die Partie des Siegmund übernommen hatte, singt im dritten Teil der Wagner-Tetralogie den Siegfried – eine der schwersten Partien, wie Firmbach betont.

Barockoper

Parallel kommt im Oktober im Kleinen Haus die Operette „Orpheus in der Unterwelt“ auf die Bühne. Auch eine konzertante Oper ist eingeplant – La damnation de Faust“ von Hector Berlioz –, für die der Videokünstler Christoph Giradet die Bilder im Hintergrund schaffen wird.

Eine Besonderheit kündigt der Intendant für die französische Barockoper „Les Paladins“ von Jean-Philippe Rameau an (Februar 2019): Es sei nicht nur eine Kooperation mit dem Centre de musique baroque in Versailles, sondern auch mit der Ballett Compagnie Oldenburg, die 50 Prozent der Inszenierung abdecke.

Neben „Lucia di Lammermoor“ von Donizetti (Dezember) mit Sooyeon Lee in der Titelrolle und der Mozart-Oper „La clemenza di Tito“ (Mai 2019) hat Firmbach auch wieder ein Stück ausgewählt, „das keiner kennt“. Diesmal stammt es aus den USA: die Oper „Dead­ Man Walking“ nach dem gleichnamigen Buch der Ordensschwester Helen Prejean (März 2019), eines der meistgespielten zeitgenössischen Musiktheaterwerke Amerikas.

Ein großes „Zeit- und stilistisches Spektrum“ deckt der neue Spielplan im Schauspiel ab, wie Dramaturg Jonas Hennicke erläutert. Für ihn steht das Programm auf zwei Säulen: auf Texten der Weltliteratur einerseits sowie Uraufführungen und jüngere deutsche Dramatik andererseits.

Den Anfang macht „1984“ nach dem Roman von George Orwell am 2. September im Kleinen Haus. Daran schließen sich „Effi Briest“ nach Theodor Fontane (Oktober/Großes Haus) und „Der Steppenwolf“ nach Hermann Hesse (Oktober/Exerzierhalle) an. Shakespeares „Romeo und Julia“ sowie „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist folgen im März und April.

Schwules Pärchen

„Russian Boy“ von Dimitrij Sokolow gehört zur zweiten Säule und erlebt in der Exerzierhalle (November) seine Uraufführung. Das Stück wurde im Bewusstsein geschrieben, dass es wohl nie in Russland aufgeführt werden wird: Es erzählt die Geschichte eines schwulen Pärchens.

Ein Kooperationsprojekt ist das Stück „Das Haus auf Monkey Island“ (Februar 2019/Kleines Haus), für das die Autorin Rebekka Kricheldorf drei Monate lang am Hanse-Wissenschaftskolleg ihre Feldforschungen betrieben hat.

Als Musical steht (Juni 2019/Großes Haus) „The Rocky Horror Show“ im Spielplan. Zu ausgewählten Terminen wird der Orchestergraben heruntergefahren, damit Zuschauer Platz haben, den „Time Warp“ mitzutanzen.

Im Ballett gibt es wieder jede Menge Uraufführungen und einen Klassiker zum Auftakt (Oktober): eine Choreografie der Tanzikone Martha Graham (1894–1991). Mit einem populären Stück startet das Niederdeutsche Theater in die neue Spielzeit: mit der Tragikomödie „Honnig in’n Kopp“ (November) nach dem Film „Honig im Kopf“ von Til Schweiger und Hilly Martinek.

Regina Jerichow Redakteurin (Ltg.) / Kulturredaktion
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