Oldenburg Als einige Unentwegte die Nase endgültig voll hatten von Schlagermuff und Ringelpietz und sich lieber berauschen ließen von Dizzy Gillespie, Charlie Parker und Thelonious Monk, den Wegbereitern des Bebop, dieser unerhörten Musikrichtung, die Anfang der 1940er Jahre den Swing als führenden Stil ablöste und somit den Ursprung des Modern Jazz bildete, kam es 1959 in Oldenburg zum Urknall.

In Ermangelung alternativer Hörerlebnisse und in der tiefen Überzeugung, den Altvorderen die Dinge aus der Hand zu nehmen, entstand der Jazzclub Alluvium. Wie es damit weiterging und wie aus dem Klub im Keller des Degodehauses am Rathaus eine Institution wurde, die auch nach 60 Jahren nichts von ihrer Bestimmung eingebüßt hat, ist eine andere Geschichte in diesem Jubiläumsjahr.

Zunächst einmal dürfen sich alle Jazz-Freunde im Nordwesten daran erfreuen, dass das Alluvium erstens noch lebendig ist, zweitens regelmäßig ein anspruchsvolles Programm auf die Beine stellt und drittens in der Formation „The Art of the Quartet“ zum Auftakt des Feiertrubels einen Kracher präsentiert.

Scott Colley (Kontrabass), Peter Erskine (Schlagzeug), Benjamin Koppel (Saxophon) und Kenny Werner (Klavier) wären allein ihr Eintrittsgeld wert. Zusammen sind sie – im übertragenen Sinne – unbezahlbar. Am Samstag, 18. Mai, gastieren diese fantastischen Vier ab 20 Uhr in der Aula des Neuen Gymnasiums Oldenburg (NGO) an der Alexanderstraße 90.

Es wäre angemessen, entspräche aber nicht ganz der Wahrheit, dass sich diese Einzelkönner extra zu diesem Anlass zusammengefunden hätten. Es ist wohl eher so, dass sich die Musiker mehr als gut verstehen und in Leidenschaft und Freundschaft eng verbunden sind. Auf dem Copenhagen Jazz Festival feierten sie im vergangenen Jahr mit viel Getöse und unter großem Applaus ihre Premiere. In Oldenburg werden sie zeigen, dass riesige Erfahrung und jugendliche Spielfreude bestens zu vereinbaren sind.

Um die Spielbeziehungen der vier Musiker untereinander aufzuzeigen, wäre ein Organigramm nötig, kurzgefasst kommt man mit „Jeder mit jedem“ weiter: Peter Erskine trommelte „Weather Report“ ab 1978 in eine andere Dimension, Scott Colley war Schüler von Charlie Haden und tourte mit Herbie Hancock, Kenny Werner trat regelmäßig mit Archie Shepp auf und Benjamin Koppel steuert „Nordic Design“ bei.

Mit „The Art of the Quartet“ startet das Alluvium rasant ins Jubiläumsjahr, weitere Höhepunkte folgen bald.

Kartenreservierung unter Telefon   0179/766 3588 sowie


     www.jazzclub-alluvium.de 
Oliver Schulz Redakteur / Kulturredaktion
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