Oldenburg Dass der Nordwesten kulturell allerhand zu bieten hat, muss man regelmäßigen Besuchern von Theater-Aufführungen, Ausstellungen und Musikonzerten nicht noch sagen. In der weitgefassten Region zwischen Groningen über Oldenburg nach Bremen und Hamburg passiert auf Bühnen und Räumen viel mehr, als in die Zeitung passt. Von ihren Großtaten und Kleinkünsten können indes nur die wenigsten wirklich gut leben. Deshalb kann es sehr hilfreich sein, vielleicht sogar überlebenswichtig, wenn man sich frühzeitig und gut vernetzt und zudem auf sich aufmerksam macht – wie zum Beispiel bei der „1. Kulturbörse Nordwest“, die vom 16. bis 18. Februar 2020 in Oldenburg stattfinden wird.

In diesem neuen Format treffen einander Kunst- und Kulturschaffende aus Musik, Schauspiel, Kabarett, Performance und anderen Bereichen an drei Tagen, um ihre Arbeit zu präsentieren und sich gleichzeitig professionell zu vernetzen. Bei der Umsetzung führte der Blick nach Freiburg, wo solch eine Kulturbörse bereits seit 31 Jahren stattfindet.

„Es bringt wenig, wenn man als Künstler und Kulturschaffender allein vor sich hin werkelt“, weiß Peter Gerd Jaruschewski, der diese Messe in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Oldenburg organisiert und zudem ein Bühnenprogramm mit 30 Live-Konzerten veranstaltet. „Es ist wirklich ideal, dass die Spielorte PFL Kulturzentrum, das Theater Laboratorium und die Limonadenfabrik so eng beieinander liegen, so dass sich hier der Geist der Kulturbörse voll entfalten kann.“

Spielen und arbeiten – diese Symbiose kann sich hier frei entfalten. Von Sonntag bis Dienstag wird der Kultur einerseits eine Bühne bereitet, andererseits ist sie mit einem Messeformat verbunden, wo Veranstalter, Agenten, Event-Experten, Produzenten und andere Kreative einander begegnen und ihre Profession vorstellen können.

Da geht es in Workshops auch um Themen, die gleichermaßen spröde wie wichtig sind: die GEMA, die Datenschutzgrundverordnung oder die Künstlersozialkasse, aber auch um Fördermöglichkeiten, den gelungenen Auftritt im Netz und Social Media oder professionelle Vermarktung. Damit auch das Feiern nicht zu kurz kommt, wird die Kneipe „Flänzburch“ in Rufweite zur Künstlerlounge.

Projektleiter Jaruschewski sieht viele Vorteile: „Die kulturelle Vielfalt des Nordwestens wird umfassend dargestellt. Die regionale Kreativszene kann sich zeigen. Es bietet sich Veranstaltern wie Publikum eine preisgünstige Gelegenheit, um die vielen Künstler live zu erleben.“ Zudem bietet eine Start-up-Bühne in der neuen schmucken Oldenburger Jugendherberge nahe dem Bahnhof Talenten die Chance, sich selbst und ihre Kunst im zwanglosen Rahmen und ohne Eintritt („Hutkasse“) zu präsentieren.

Im PFL und in der Limonadenfabrik werden sich zudem Künstler in 30-minütigen Auftritten präsentieren. Das Programm am Montag und Dienstag ist durchgetaktet: Mit dabei sind Tone Fish, Chapeau Manouche, Schné Ensemble, Dames Blondes, Marlene Bakker, Zollhausboys und Tin Tin Deo.

„Vorbild ist die wunderbare Kulturbörse Freiburg, die wir auf den regionalen Aspekt transportiert und um das Thema Professionalisierung von Künstlern erweitert haben“, erläutert Jaruschewski. Und vielleicht holt der Macher dann sogar die badische Frühjahrssonne in den Nordwesten – zuzutrauen wäre es ihm.

Oliver Schulz Leitender Redakteur / Redaktion Kultur/Medien
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