Oldenburg Im kalifornischen Monterey des Jahres 1966 entriss Charles Lloyd seine Musik den Klauen des konventionellen Jazz’ und katapultierte sie in neue Sphären. Der Saxofonist und Flötist brachte die Errungenschaften des modalen Jazz mit einer an der Rock-Musik angelehnten Rhythmik zusammen. Dabei gelang ihm als Erstem seines Genres das Kunststück, mit seiner überaus talentierten Band – bestehend aus dem jungen Pianisten Keith Jarrett, dem Kontrabassisten Cecil McBee und Jack DeJohnette am Schlagzeug – ein Massenpublikum zu begeistern. Sein Album „Forest Flower“, eine Live-Aufnahme des Monterey Jazz Festivals, verkaufte sich 1967 millionenfach und machte ihn unfreiwillig zum Liebling der Hippies.

Genau so schnell, wie Lloyd in Festivalprogrammen wie des Fillmore West an die Seite der Rockidole Jimi Hendrix, The Who und The Grateful Dead gestellt wurde, zog er sich wieder zurück. In den ausgehenden „Sixties“ hing auch er den spirituellen Einflüssen schlechter Drogen und falscher Gurus nach und arbeitete als Lehrer für Transzendentale Meditation. Doch das liegt über 50 Jahre zurück – und ist fast nicht mehr wahr.

Zuletzt, beim Zürcher Festival Jazznojazz, hinterließ der inzwischen 81-Jährige mit seiner Band einen guten Eindruck. „Charles Lloyd zehrt noch immer von seiner unnachahmlichen Verbindung von beherzter Improvisation und riskanter Interaktion in der Manier des modalen und freien Jazz und von sommerlich-leicht tänzelnden Rockrhythmen. Hier hauchte und pfiff er lustig auf seiner Flöte, dort schlug er auf dem Tenorsaxofon ernste, feierlich bebende Töne an“, schrieb die „Neue Zürcher Zeitung“.

Nach der schöpferischen Pause in den Siebzigern an der sonnigen Pazifikküste startete Charles Lloyd in seine zweite Karrierehälfte, die immer noch anhält. Ein gutes Händchen beweist der Saxofonist immer wieder bei der Wahl seiner Pianisten. In Oldenburg sitzt der 35-jährige Gerald Clayton an seiner Seite. Dieser wuchs ebenfalls in Kalifornien auf, spielte bereits in jüngster Kindheit klassisches Klavier, studierte bei Kenny Barron Jazz-Klavier in New York und Los Angeles.

Am Montag, 18. November, gastieren Charles Lloyd und Gerald Clayton ab 20 Uhr in der Oldenburger Kulturetage. Karten sind erhältlich während der Öffnungszeiten an der Tageskasse sowie online:


     www.kulturetage.de 
Oliver Schulz Leitender Redakteur / Redaktion Kultur/Medien
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