Oldenburg 60 Jahre – und kein Ruhestand in Sicht: Der „Jazzclub Alluvium 1502 e.V.“ präsentierte sich beim „Oldenburger Jazz-Gipfel“ am vergangenen Wochenende auf der Höhe der Zeit und brachte seinen Anhängern und allen Neugierigen lebendige Musik in vielen Variationen nahe. Das lange Wochenende am traditionellen Spielort Wilhelm 13 war gelungener Abschluss im Feierjahr.

Die Musik stand im Vordergrund, um ein paar wichtige Worte kam das Publikum allerdings nicht herum. „Es gibt in Oldenburg diese über viele Jahrzehnte gewachsene Jazz-Szene. Man muss einiges dafür tun, man sieht aber auch, welche Früchte es trägt“, stellte Jörn Anders, Vorstandsmitglied und Organisator im „Alluvium“-Team fest. Philipp Pumplün, der als Schlagzeuger wie Trompeter Anders in verschiedenen Formationen regelmäßig an Jam-Sessions im Wilhelm 13 beteiligt ist, betonte das gelungene Zusammenspiel von alten Hasen und jungen Talenten. „Die große Nachwuchsdichte kann sich sehen lassen. Hier macht sich auch die Zusammenarbeit mit der Musikschule bemerkbar“, sagte Pumplün, der dort die Fachgruppe Schlagzeug leitet. Das Kleinod Wilhelm 13 ist der Jazzszene nach Jahren der Wanderschaft zur vitalen Heimat geworden.

Der Freitagabend war mit „Total Lokal“ überschrieben und bot dank 14 Mitgliedern der Jazzmusiker-Initiative Oldenburg in Breite wie Spitze das volle Programm: Britta Dinkelbach, Joe Dinkelbach, Martin Flindt, Sabine Hermann, Raimund Moritz, Chris Olesch, Jens Piezunka, Florian Poser, Jörn Anders und Philipp Pumplün gestalteten in fünf wechselnden Formationen den fulminanten Auftakt.

Am Samstag war bei „Lokal international“ Grenzüberschreitung angesagt. Ihre instrumentale Vielfalt demonstrierten Sabine Mariss mit Klarinette, Percussion, Wippakkordeon, Doppelflöte und Loop-Station mit dem Oldenburger Musiker Gerhard Böhm, der Percussion und Gitarre spielte. Ihr Konzert wurde zum Klangspektakel eigener Kompositionen zwischen Jazz und Weltmusik, Klangpoesie und wilden Loops, von Klezmer bis Free Jazz.

Gefeiert wurde die portugiesische Sängerin Maria de Fatima. Begleitet von Pianist Sebastian Altekamp, Schlagzeuger Christian Schoenefeldt und Ruud Ouwehand am Kontrabass kam die wunderbare Mischung aus modernem Jazz, Musica Popular Brasileiro und Fado auf die Bühne.

Absagen musste der preisgekrönte Oldenburger Trompeter Benny Troschel, der sich zuvor beim Hockeyspiel an der Hand verletzt hatte und seinen Auftritt bedauerlicherweise verschieben musste.

Mit dem musikalischen Frühschoppen und der „Chapeau Manouche“ feierten die Macher und Freunde des „Alluvium“ einen gelungen Abschluss des kleinen Festivals. Zum Verschnaufen besteht allerdings nur wenig Zeit, denn die nächsten Konzerte warten schon. Von wegen Ruhestand.

Oliver Schulz Leitender Redakteur / Redaktion Kultur/Medien
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