Oldenburg Mit „French Connection“ und „Der Exorzist“ hat er Filmgeschichte geschrieben: Nun wird Regisseur William Friedkin beim diesjährigen Internationalen Filmfest Oldenburg mit einer Retrospektive geehrt. Der inzwischen 85-Jährige soll für ein großes Gespräch live nach Oldenburg zugeschaltet werden, heißt es in der Mitteilung des Filmfests. Das Gespräch soll für alle im Netz frei zugänglich sein.

Sechs Filme des Meisterregisseurs zeigt das Filmfest im Rahmen der Retrospektive. Die Werke dokumentieren, dass William Friedkin zu den einflussreichsten Filmemachern des modernen Kinos gehört. Dass er sich dabei stets an der Schwelle von Independent-Film und Blockbuster-Kino bewegte und in beiden Bereichen Außergewöhnliches leistete, zeuge von seinem untrüglichen Gespür für die Form, die das jeweilige Thema verlange.

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Dieses instinktive Talent habe sich bereits früh im Dokumentarfilm „The People vs. Paul Crump“ gezeigt. Sein Porträt des zum Tode verurteilten jungen Schwarzen Paul Crump war für Friedkin selbst ein Schlüsselerlebnis. Die Macht des Mediums offenbarte sich für den jungen Filmemacher, nachdem sein filmisches Porträt den Gouverneur dazu veranlasste, das Todesurteil gegen Paul Crump auszusetzen.

Aufbauend auf diesem frühen Erfolg erlebte Friedkin 1971 mit „The French Connection“ („Brennpunkt Brooklyn“), der ihm sowohl einen Golden Globe als auch einen Oscar als Bester Regisseur einbrachte, seinen endgültigen Durchbruch. Der Polizei-Thriller mit Gene Hackman und Roy Scheider in den Hauptrollen setzte Standards im Thriller-Genre.

Sein nächster Film, „The Exorcist“ („Der Exorzist“, 1973), bedeutete nicht weniger als eine Revolution für das Horror-Genre und gilt als einer der besten Horror-Filme aller Zeiten.

Nachdem Friedkin bereits den Look der 1970er-Jahre definiert hatte, tat er dies 14 Jahre später mit „To Live and Die in L.A.“ („Leben und Sterben in L.A.“) auch für das neue Jahrzehnt. Der Neo-Noir-Thriller steht emblematisch für die berauschende Oberflächenästhetik der 1980er-Jahre.

Filme der William Friedkin-Retrospektive

Die Retrospektive-Filme – Regie: William Friedkin
The People vs. Paul Crump (USA 1962)
 The French Connection / Brennpunkt Brooklyn (USA 1971)
 The Exorcist / Der Exorzist (USA 1973)
 Sorcerer / Atemlos vor Angst (USA 1977)
 To Live and Die in L.A. / Leben und Sterben in L.A. (USA 1985)
 Killer Joe (USA 2011)

Auch in den 1990er- und 2000er-Jahren folgten weitere routinierte Genrestücke, die Friedkins herausragenden Ruf weiter festigten. Mit seinem bislang letzten Spielfilm, „Killer Joe“ aus dem Jahr 2011, gelang Friedkin erneut ein Erfolg bei den Kritikern, der beweist, dass er seine erzählerischen und inszenatorischen Qualitäten keineswegs verloren hat.

Passend zur Friedkin-Filmreihe zeigt das Filmfest Oldenburg Alexandre O. Philippes essayistischen Dokumentarfilm „Leap of Faith: William Friedkin on The Exorcist“ als Deutschlandpremiere.

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