Oldenburg „Auf jeden Fall werde ich mir den Eröffnungsfilm ansehen.“ Rainer Joppich kommt gerade aus der Preview-Veranstaltung des Filmfestivals und versucht, die zahlreichen Eindrücke und Informationen zu sortieren. „Absolute Reizüberflutung“, sagt er. „Aber auf jeden Fall guck’ ich mir den Samstagsfilm in der JVA an. Und auf jeden Fall die Filme, die Torsten Neumann empfohlen hat.“ Joppich hat sich extra Urlaub genommen und zum Geburtstag eine Dauerkarte schenken lassen.

Tipps vom Filmfest-Chef

Vier „Supertipps“ hat Torsten Neumann genannt:

„Is That You?“, Regisseur: Rudy Riverón Sanchez, Original mit englischen Untertiteln (OmeU), CineK/Studio, 13. September, 21.30 Uhr

„The Boat“, Petrus Cariry, OmeU, CineK/Studio, 15. September, 16.30 Uhr

„Holiday“, Isabella Eklöf, OmeU, CineK/Studio, 15. September, 21.30 Uhr

„First Reformed“, Paul Schrader, Originalversion (ohne Untertitel), Casablanca 2, 15. September, 21.30 Uhr

Neumann, der Chef des Film-Festivals, hatte die traditionelle Preview genutzt, um gemeinsam mit Karin Katerbau aus dem Vorstand vom Sponsor Oldenburgischen Landesbank (OLB) eine Bilanz der vergangenen 25 Jahre zu ziehen und vor allem, um den Besuchern den Mund wässrig zu machen. Und er legte sich auf vier Filme fest, die er den Oldenburgern auf jeden Fall empfehlen wolle. Im Publikum wurde entsprechend eifrig das Programmheft durchgeblättert; erste „Stundenpläne“ wurden geschrieben.

Alle Berichte zu dem Festival hier im Spezial

Klar ist, dass der „Walk of Fame“ vor dem Gebäude Gottorpstraße 23-27 in diesem Jahr verlängert werden wird. Es wird ein weiterer Stein mit prominentem Namen hinzukommen. Welcher das sein wird, ließ Neumann mit erkennbarem Vergnügen offen, heizte aber die Spekulationen ordentlich an. Robert Redford wäre ein Gast, den er gerne mal beim Oldenburger Filmfestival begrüßen würde, entsprechende Anfrage liefen schon seit Jahren. „Das wäre richtig geil.“ Schließlich habe Redford mit dem Sundance-Film-Festival vor 40 Jahren in den USA ebenfalls eine Plattform für unabhängige Filmproduktionen aus dem Boden gestampft. Der Name sorgte für deutliches Geraune im Publikum. Aber nur kurz: „Das wird in diesem Jahr definitiv nicht klappen“, drückte Neumann auf die Stimmungsbremse. Welcher besondere Gast erwartet wird, bleibt also noch offen. Joppich hätte einen Wunschkandidaten: „Den Regisseur Fatih Akin fände ich klasse.“

Wie Joppich hat auch Marlies Menzel eine Dauerkarte für das Festival. Und das schon seit „mindestens zehn Jahren“. Eine Vorstellung in der Justizvollzugsanstalt werde sie sich auf jeden Fall anschauen – auch wenn die durch die Dauerkarte nicht abgedeckt sind. Diese Vorführungen seien ein besonderes Erlebnis, hatte Neumann geworben. Die Sicherheitskontrollen und die Situation, wenn sich hinter einem die Türen schlössen – „das ist schon ein sehr spezielles Gefühl“. Welche Filme Menzel in den fünf Tagen anschauen will, entscheidet sie erst, wenn der große Katalog da ist. „Aber der kommt leider immer erst kurz vorher.“ Die Beschreibungen von Torsten Neumann seien aber schon einmal ein erster Hinweis. Der ist auch bei der Oldenburgerin Ramona Hartung angekommen, bei der das Filmfest-Fieber langsam steigt. „Ein Höhepunkt im Jahr“, findet sie.

Tierisch: Hund Odin hatte mit Oscar-Statue posiert und seinem Herrchen damit Filmkarten eingebracht. Bild: von Reeken

Unter den knapp 200 Besuchern war auch Hund Odin. Er hatte auf Facebook – wie viele andere auch – mit einer Oscar-Statue posiert und war dafür mit den zweitmeisten Likes und Herrchen Andreas Zabel deshalb mit zwei Kinokarten belohnt worden. Seine neue Prominenz und die damit einhergehenden Fototermine kommentierte Odin mit leisem Geknurre.

Der Vorverkauf – auch für die vier „Supertipps“ von Torsten Neumann – hat begonnen. Karten gibt es online auf www.filmfest-oldenburg.de, in der Bauwerk-Halle am Pferdemarkt 8 und in der Tourist-Info, Lange Straße 3.

Katja Mielcarek
Redakteurin
Redaktion Oldenburg

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