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Oldenburg Heiko Symann, 1958 in Sande geboren, ist ein Computerfachmann, der den Umgang mit Software und Datenbanken beherrscht und darum Unternehmen beraten kann. Die Fotografie hat ihn sein Leben lang begleitet, seit 2009 bevorzugt er die digitale Kamera.

Als im Jahr 2013 seine Mutter starb und das Haus, in dem die Eltern und anfangs auch der Sohn seit 1964 in Sande gelebt hatten, leer geräumt und verlassen werden musste, kam ihm der Gedanke, zu fotografieren, was in ihm Erinnerungen weckt. So entstand das Projekt „Das Haus meiner Eltern – Erinnerungen“, die erste Ausstellung Heiko Symanns.

Blick auf Regale

Das Elternhaus in Sande war nicht groß, aber etliche Regale, die für die Ordnung im Haushalt sorgten, schufen Platz. Der Vater, gelernter Kraftfahrer, war, wie die Fotografien belegen, ein sorgsamer Handwerker, der Dosen zu Schalen schnitt und mit Schrauben und Nägeln nach Größe geordnet füllte. Sie waren Heiko Symann eine Aufnahme wert, genau so wie Tuben und Flaschen vieler Putz- und Abwaschmittel, die die Mutter in der kleinen Küche aufbewahrt hatte.

Mit dem Bildtitel „Der Eingang in die Unterwelt“ bezeichnet der Fotograf die schmale Garderobe am Abgang in den Keller. Dort stand ein größeres Regal mit leeren Gläsern für das „Einwecken“ sommerlichen Obstes. Nur einmal wird der Blick durch ein Fenster nach draußen gewährt. Da zeigt sich ein kleiner Garten, in dem sogar ein Gewächshaus steht. „Was bleibt“ sind dann eine Taschenuhr und eine Brosche, die möglicherweise lange in ihren Geschenkkästchen vergessen war und nur dank des Aufräumens zurückkehrte ans Tageslicht.

Lichtreflexe auf Metall

Symann hat für sich Erinnerungen an das alltägliche Leben seiner Eltern und seiner eigenen Kindertage beim Anblick und Fotografieren der vielen Dinge geweckt und damit Geschichte von früher zurückgeholt. Manche Titel finden Widerhall in den Ohren, wenn Titel wie „Sammelsurium“ oder das überraschte „Ach, guck mal“ gelesen und fast gleichzeitig erinnert werden, wie sie zu Hause einst geklungen haben. Die digitalen Aufnahmen beschränken sich auf einen sanften schwarz-weißen Klang, der grelle Hell-Dunkel-Kontraste mildert, ohne dass die Lichtreflexe auf den vielen Metallstücken verloren gehen.

Regale, Gefäße und Handwerkszeug werden durchweg in großer Form und exakter Schärfe wiedergegeben. Dabei bleibt nicht aus, dass die Bildränder an Schärfe verlieren, wodurch der Charme der alten Dinge auch auf die Fotografie selbst überzugehen scheint. Der Betrachtende kann das Phänomen der Erinnerung nachvollziehen und beginnt – vielleicht mit Vergleichen –, sich der Bilderwelt aus eigener Vergangenheit vor 50 Jahre zu öffnen.

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