Oldenburg Der 1981 in Point Pleasant (USA) geborene Künstler ist ein Stipendiat für Medienkunst der Stiftung Niedersachsen am Edith-Russ-Haus, der zuvor weltweit ausgestellt hat. Seine Arbeiten sind begehrt, weil sie Zukunftsfragen in den Mittelpunkt stellen, diese Zukunft aber nicht rosig sehen, sondern kritisch hinterfragen.

Zach Blas geht das Zukunftslaboratorium Silicon Valley zuweilen direkt an, das viele seiner Ideen aus Zukunftsromanen gewinnt. Zach Blas spielt mit den Methoden dieser Prognosen, um ihre Schattenseiten aufzudecken. Wir kennen solche von Facebook, aber was ist, wenn es Facebook nicht mehr gibt? Wir hören von den Regeln des Kapitalismus. Doch was passiert, wenn diese Regeln außer Kraft gesetzt sind?

Der Widerspruch zwischen Individuum und Gemeinschaft wird wiederholt herausgestellt, so auch in der Installation „Queer Technologies“, eine fiktionale Firma, deren Produkte den Erzeugnissen der konventionellen Industrie von der Architektur bis zur Sprache zuwider laufen, eine Anti-Sprache, eigene Codes und Bücher enthalten.

Zach Blas beschäftigt sich auch mit den unterschiedlichen Kontrollformen, die auch im demokratischen Staat um sich greifen unter dem Aspekt der „Sicherheit“, so unter anderem mit der Biometrie. Um sie zu unterlaufen, hat er Face Cages – Gesichtsgitter – geschaffen, schön ornamentierte Metallformen auf der Basis biometrischer Diagramme, wie sie aus den Messungen erstellt werden.

Einen Schritt weiter geht der Künstler mit dem „Raum für Gesichtsbewaffnung“: Hier wurden auf der Grundlage biometrischer Daten Gesichtsmasken angefertigt, diese dann in amorphe Massen verwandelt, sodass die Daten sinnlos werden. In solchen Konfrontationen liegt die inhaltliche Spannung der Kunst von Zach Blas.

Formal geht – das zeigt „The Doors“ (Die Türen) – der Künstler virtuos mit Video, Geräten, Wandflächen, Pflanzen und Tierformen um. Er ordnet alle Elemente in geometrische Muster, ohne dabei dem einzelnen Objekt Sicht, Raum oder Luft zu nehmen. Begleitet werden seine Installationen von einer sphärisch und rhythmisch inspirierten Musik. Ein Raum wird geöffnet, die Videos verweisen auf Installationen in anderen Räumen.

Der Weg kann zur Installation „Contra-Internet Inversion Practice“ führen, die sich gegen die Praxis wendet, das Internet als Instrument der Unterdrückung zu nutzen. Zach Blas’ Werk macht betroffen: Vernetzung auch Gefangenschaft sein kann.

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