Wilhelmshaven Der in Hamburg geborene Pianist Alexander Krichel wird als Jungstar mit großem pianistischen Potenzial gehandelt. Dass der Weg bis zum Starpianisten noch ein weiter ist, wurde nun am Dienstag im 6. Saisonkonzert in der Stadthalle Wilhelmshaven deutlich. Krichel spielte als Solist zusammen mit der Polnischen Kammerphilharmonie Sopot zwei Werke von Frederic Chopin.

Meisterte der 25-Jährige Chopins Großes Konzert-Rondo Krakowiak F-Dur op. 14, dessen graziles Thema er mit tänzerischem Elan vortrug, durchweg mit Bravour, so spielten ihm bei den Variationen über das Thema „La ci darem la mano“ aus Mozarts Oper „Don Giovanni“ die Nerven und das Gedächtnis einen Streich – was ihn und das Orchester zum Abbruch und zur Wiederholung der 5. Variation zwang.

Das Publikum verzieh dem Künstler nicht nur seinen Fehler, sondern bewunderte seine Standfestigkeit. Krichel belohnte das Publikum für das ihm entgegengebrachte Wohlwollen mit zwei tadellos gespielten Zugaben – einer lyrischen Eigenkomposition und einem temperamentvollen Stück. Das gab ihm noch einmal die Gelegenheit, seine Stärke zu demonstrieren: Läufe hell und klar zu konturieren, so dass sie dem Klangbild einer Celesta nahe kommen.

In den übrigen Programmpunkten erwies sich die Kammerphilharmonie aus Sopot unter der Leitung von Rodrigo Tomillo als ein stabiler Klangkörper, dem keine nennenswerten Fehler unterliefen, der es aber auch versäumte, durch eine konsequente dynamische Ausdifferenzierung die Spannung zu halten.

Das galt sowohl für die eingangs gespielte Ouvertüre zu Mozarts Oper „Don Giovanni“ als auch für die Sinfonie Nr. 38 D-Dur KV 505, die „Prager Sinfonie“, in der sich allerdings die Bläser ohne Abstriche Lob verdienten und einen großen Anteil am insgesamt zufriedenstellenden Klangbild hatten.

Schwachpunkt im musikalischen Programm war die Serenade C-Dur op. 2 von Mieczyslaw Karlowicz, die über die Qualität eines belanglosen Salonstückes leider nicht hinauskam.

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