Cuxhaven Wenn man auf die ganz großen Festivals in Deutschland blickt, nach Scheeßel oder auf den Nürburgring, wirkt das Deichbrand in Cuxhaven fast beschaulich. Dabei ist das Festival rasant gewachsen: Aus einigen hundert Besuchern sind bei der zehnten Auflage am vergangenen Wochenende 40 000 geworden. Statt Bands aus Wilhelmshaven und Hannover kamen in diesem Jahr Biffy Clyro aus Schottland, The Hives aus Schweden und The Prodigy aus England.

Nicht nur in der Spitze war das Line-Up des Festivals stärker als früher, auch weiter unten auf dem Plakat reihte sich ein bekannter Name an den anderen. Und das bereitete vielen arge Probleme: Am Freitag tummelten sich auf allen drei Bühnen nationale und internationale Stars. Zwar gab es trotz der knapp 70 Bands kaum Überschneidungen. Bei Temperaturen über 30 Grad wurden aber auch die kurzen Wege zwischen den Bühnen beschwerlich.

Metal-Fans kamen am Freitag bei Subway to Sally ins Schwitzen, die auch in der prallen Sonne nicht auf schwarze Ledermäntel verzichteten. Ähnlich warm dürfte es Cro geworden sein. Der Pop-Rapper setzte auch in Cuxhaven seine Panda-Maske nicht ab, hielt aber trotzdem durch. Im Gegensatz zu vielen seiner zumeist weiblichen Fans, die in der Hitze reihenweise aus dem Gedränge vor der Bühne gezogen werden mussten. Auch wenn Cro längst einen Großteil seiner früheren Kreativität eingebüßt hat, sorgte er in Cuxhaven für beste Partystimmung.

Die ersten internationalen Stars des Jubiläumsfestivals waren Maximo Park, die am Freitagabend auf der „Water­stage“ spielten. Zwar zeigten die Indie-Rocker einen grundsoliden Auftritt, gegen die energische Show von Biffy Clyro wirkten sie aber etwas blass. Die schottischen Progressive-Rocker wurden allen Vorschusslorbeeren gerecht – auch wenn sie auf Publikumskontakt wenig Wert legten. Den Freitag beendeten K.I.Z. Die Berliner Rapper enterten mit Priesterkragen die Bühne und lieferten einen Auftritt voller Ironie und mit reichlich derbem Humor.

Am Sonnabend pilgerten viele Besucher erst am Abend auf das Festivalgelände – zum einen wegen der extremen Temperaturen, zum anderen wegen der fehlenden Höhepunkten am Nachmittag. Den ersten setzte am Abend Marteria. Der Rapper verfeuerte 60 Minuten lang all seine Hits, im Publikum wurden Bengalos gezündet, Männer und Frauen schwenkten nasse und bei der Hitze ohnehin überflüssige Shirts über ihren nackten Oberkörpern. Da mitzuhalten war schwer – Jan Delay schaffte es trotzdem, wenn auch nur mithilfe seiner hervorragenden Band. Für alle Nachtschwärmer legte Techno-DJ Paul Kalkbrenner bis tief in die Nacht auf.

Am Sonntag bewiesen vor allem The Hives ihre Live-Qualitäten. Die schwedischen Rock’n’Roller haben seit mehr als zehn Jahren weder ihren Sound (laut, simpel, schnell), noch ihre Outfits (weiße Jacketts, schwarze Krawatten) groß verändert. Trotzdem funktioniert ihr Konzept immer noch. Toppen konnte diesen Auftritt nur noch The Prodigy, auf die Sound, Licht und der komplette Aufbau der „Firestage“ ausgerichtet war.


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