Moritzburg (dpa) - Das Moritzburg Festival für Kammermusik ist als Hort des Zusammenseins und der Kommunikation gedacht. Menschen brauchen gemeinsame kulturelle Erlebnisse, findet Festival-Chef Jan Vogler.

Viele würden durch zu viel elektronische Kommunikation in Isolation geraten und durch Hektik im Alltag zu wenig genießen: "Gemeinsam essen, sich unterhalten und Musik machen oder hören, das verbindet."

Zum Auftakt des Musikfestes (11. - 26. August) gibt an diesem Samstag in der Gläsernen Manufaktur von VW in Dresden der Nachwuchs den Ton an. Für die festivaleigene Akademie haben 32 junge Frauen und Männer aus 15 Ländern eine Einladung erhalten. 450 Bewerbungen lagen den Organisatoren vor und dienen zugleich als Beleg dafür, welchen Stellenwert Moritzburg besitzt. Nach einer Probenwoche formieren sich die jungen Leute zum Moritzburg Festival Orchester und bestreiten unter anderem auch das musikalische Picknick auf Schloss Proschwitz.

Als "Composer in Residence" können die Zuschauer Dai Fujikura kennenlernen. Vogler hatte im Januar das Cellokonzert des Japaners uraufgeführt und war von seiner Musik begeistert.

Die einzelnen Konzertprogramme tragen in diesem Jahr Titel wie "Sonnenaufgang", "Intime Briefe" oder "Auf dem Strom". Beim "Skandinavischen Sommer" spielt der Finne Olli Mustonen bei seinem eigenen Klavierquintett mit. In der "Argentinischen Nacht" wird zu Tangomusik ein Dinner serviert.

Nach Ansicht von Vogler wirkt die besondere Mischung aus idyllischer Natur und geschichtsträchtiger Architektur inspirierend. Der Cellist hatte das Festival 1993 gemeinsam mit seinem Bruder Kai Vogler (Geige) und Peter Bruns (Cello) gegründet. Seit 2001 ist Jan Vogler alleiniger künstlerischer Leiter. Binnen kurzer Zeit spielte sich Moritzburg in die erste Liga internationaler Kammermusikfeste.

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