Aurich /Mainz In Aurich ist es schaurig, sagt man. Ob das stimmt, und ob dort deshalb mehr Morde passieren als anderswo, ist fraglich. Man kann das vielleicht genauer beurteilen, wenn man sich den Thriller „Ostfriesenkiller“ anschaut, der an diesem Sonnabend (20.15 Uhr) im ZDF zu sehen ist und der im beschaulichen Urlaubsort Norddeich spielt.

Eine Frau steht am Meer, neben ihr ein älterer Mann. „Du musst Dir nur anhören, was er zu sagen hat“, sagt er. Sie antwortet: „Wenn ich das mache, dann habe ich schon verloren“. Sie ist Ann Kathrin Klaasen (Christiane Paul), die – kaum zu Hause angekommen, heftig mit ihrem Mann Hero (Andreas Pietschmann) streitet: Er hat eine andere und zieht aus. Doch mitten im Streit wird sie zu einem Tatort gerufen: Ein Mann liegt mit einem Loch in der Stirn in seiner Küche – erschossen mit einer historischen Waffe.

Wenig später wird die Leiche eines jungen Mannes gefunden, die zwischen friedlich am Deich grasenden Schafen liegt – er wurde mit einem Bajonett erstochen. Einen dritten Toten findet man später am Strand. Sie alle hatten mit dem Regenbogenverein zu tun, der sich nicht nur um behinderte Menschen kümmert, sondern auch deren teilweise beachtliche Vermögenswerte verwaltet. Klaasen und ihre drei Kollegen Weller (Christian Erdmann), Rupert (Barnaby Metschurat) und der Chef der Kripo Aurich, Ubbo Heide (Peter Heinrich Brix), haben alle Hände voll zu tun.

Das Handyklingeln der Kommissarin ist das Heulen eines Seehundes, was auf die Dauer etwas nervt. Sie trinkt ganz gern mal einen Schnaps und stößt mit ihrem toten Vater an – das ist der ältere Mann vom Filmanfang, der öfter neben ihr auftaucht, den nur sie sehen kann und den sie als ihren besten Freund bezeichnet. Ihr Kollege Weller ist heimlich in sie verliebt, während sich der andere Kollege Rupert in Zynismus flüchtet („Der liebe Gott weiß alles, aber Ann Kathrin Klaasen weiß natürlich alles besser“).

Die spannende Geschichte basiert auf dem Roman von Klaus-Peter Wolf (63), der soeben seinen elften Roman rund um das Ermittlerteam vorgelegt hat. Er sagt: „In meinen Büchern ist praktisch alles echt. Die Lokale, die Cafés, die Straßen – es gibt das alles. Ich erzähle mein Ostfriesland. Auch viele Figuren meiner Bücher existieren wirklich, heißen so, reden so, sind so wie beschrieben.“

Jetzt könnten es glatt noch ein paar Fans mehr werden, auch wenn Sven Bohse eine ganz eigene, atmosphärisch dichte Version von Wolfs Geschichte vorlegt. Unter seiner Regie überzeugen nicht zuletzt die Darsteller der behinderten Menschen im Film – vor allem Svenja Jung als Sylvia, die eine zentrale Rolle und eine absolut glaubhafte Figur spielt.

Bleibt die Frage, warum Kommissare oder Kommissarinnen nahezu immer auch privat dicke Probleme an der Backe haben müssen. Egal: Das ZDF rechnet offenbar mit einer guten Einschaltquote, denn mit diesem Krimi soll eine neue Samstagabend-Reihe aufgelegt werden – die Dreharbeiten zu den Folgen „Ostfriesenblut“ und „Ostfriesenangst“ sind bereits für den Spätsommer oder Herbst geplant.

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