Oldenburg Im März kommt Pierre-Laurent Aimard ins Oldenburger Große Haus des Staatstheaters. Als der inzwischen weltberühmte und als Altmeister geltende Pianist 1957 geboren wurde, war Menahem Pressler bereits 33 Jahre alt. Im Mai gastiert Daniil Trifonov im Oldenburgischen Staatstheater. Als der Russe, dem eine Karriere wie dem großen Horowitz vorausgesagt wird, 1991 zur Welt kam, war Pressler schon 67 Jahre alt. Nun besucht dieser legendäre Pressler tatsächlich Oldenburg, an diesem Sonntag (10. Februar), Auftritt im Schlosssaal. 89 Jahre ist er im Dezember geworden.

In diesem Alter mag auch einer wie Pressler leise und weise daherkommen und als das Denkmal seiner selbst erscheinen. Aber der Pianist, 1923 in Magdeburg in einer jüdischen Familie polnischen Ursprungs geboren, ist immer noch als hellwach und neugierig zu erleben.

1955 Beaux Arts Trio

Deshalb stellt er sich in Oldenburg in einem Gesprächskonzert (20 Uhr) auch Fragen des NDR-Moderators Ludwig Hartmann zu seinem bewegten Leben und zur aktuellen Entwicklung der Musik und ihrer Künstler. Und dazu spielt er neben vier Stücken von György Kurtág die beiden großen Schubert-Sonaten G-Dur DV 894 und B-Dur D 960. Das ist kein Rentner-Programm.

Der Mann ist zum Synonym für die Gattung Klaviertrio geworden. Er gründete 1955 das Beaux Arts Trio. Es konzertierte 53 Jahre zusammen. Nie hat das eine Formation auf absolutem Weltniveau so lange vermocht. Und Pressler war immer dabei, die Streicher wechselten dagegen fünfmal.

„Manche Konzertagenten trauten uns anfangs nicht“, erinnert sich der standhafte Pianist. „Sie sahen in uns eher ein Poor man’s orchestra – bestehend aus Soloklavier mit einem armen Geiger und Cellisten.“

In der Besetzung Daniel Hope (Violine), Antonio Meneses (Cello) und Pressler gaben die Beaux Arts 2008 ihr letztes Konzert.

Ruhiger geworden ist Presslers Leben seitdem nicht. „Ich stehe mehr auf der Bühne als vorher”, sagt er. Er betreut Meisterkurse, tritt auch als grandios mitgestaltender Liedbegleiter auf. Als Pädagoge wird er für seinen sensiblen, aber trotzdem beharrlichen Nachdruck geschätzt. Ob zwei Stunden im Schlosssaal reichen, wenigstens einen Hauch von diesem prall gefüllten Leben einzufangen und zu verstehen?

Meist ausverkauft

Danach also Aimard. Der kommt am 16. März. Und dann am 12. Mai Trifonov, dem Kenner nachsagen, er sei der unglaublichste Pianist, den man derzeit hören könne. „Solche Qualität in dieser dichten Folge erleben selbst Musikzentren nicht oft”, urteilt Volker Timmermann, der beim Verein der Musikfreunde (VMO) für das Aufspüren der Pianisten für die traditionellen und meistens ausverkauften Konzerte im Kleinen Haus sowie für Sonderkonzerte zuständig ist. Wahrlich, große Pianisten. Und längst auch eine große Reihe.

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