OLDENBURG Über den besten Sex des Lebens reden? Im Theater? Vor Publikum? „Auf keinen Fall, Oma!“ Dorothy erinnert sich genau, wie ihr Enkel reagierte, als sie ihm – mit einem Silikon-Penis in der Hand – von dem Projekt erzählte. Sie, die 80-jährige Großmutter, würde über Sex reden, öffentlich. Würde kundtun, dass ihr Ex-Mann nach drei Minuten zum Orgasmus kam. „Sonst hatte ich versagt.“

Jetzt kichert Dorothy wie ein junges Mädchen, das Sex mag und gern darüber spricht. Genau wie Betty, ebenfalls Kanadierin, und die übrigen sechs Damen und Herren aus Oldenburg und Hude, alle Eltern, Großeltern, Liebende. „Ich fühle mich neu belebt“, plaudert Peter, 69, der auch am Schlagzeug sitzen wird. Dazu spielt Heinrich Geige, und der Kanadier Nick Murray mischt aus alten Schallplatten Elektromusik.

„Der beste Sex, den ich jemals hatte“, ist ein Projekt der kanadischen Theatergruppe Mammalian Diving Reflex in Kooperation mit dem Oldenburgischen Staatstheater. Im Rahmen des Internationalen Performing Arts Festivals PAZZ wurde es in 2010 begonnen. Nun geht die Multimedia-Performance in die nächste Runde und präsentiert in der Exerzierhalle den aktuellen Stand. „Die Premiere ist für 2012 geplant“, erzählt Projektleiter Konstantin Bock: „Danach wollen wir weltweit touren.“

Peinlich ist beim besten Sex nichts. Oswalt-Kolle-Filmchen flimmern über die Leinwand. Die 80 Zuschauer können sich auf Sofas zurücklehnen oder an der Bar bedienen. Erdnüsse werden herumgereicht und Kondome. Soll das Publikum Lust bekommen? „Hoffentlich“, wünscht sich Darren O’Donnell, der mit Natalie de Vito für Mammalian Diving Reflex verantwortlich zeichnet.

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Auf der Bühne kommen Menschen über 65 Jahre zu Wort, erzählen von Erektionen bei Rotlicht und Sex am Strand. Dorothea macht ihre Beziehung zu einem verheirateten Mann öffentlich und Betty berichtet, wie es war, als ihr Mann lange im Gefängnis saß. Ob es ihnen leicht fällt, über Sex zu sprechen? „Reine Übungssache“, sagt Heinrich, 67, der Frauenarzt war. Seine Frau kommt sogar zur Vorstellung, während Partner und Kinder anderer Teilnehmer davon nichts wissen wollen.

Moderator des Abends ist Tammo, 17 Jahre jung und Mitglied des Jugendclubs im Staatstheater. „Ich stelle radikal übertriebene Fragen“, erzählt Tammo und verrät eine: „Ist das Reißen des Jungfernhäutchens so laut, dass davon die Eltern im Nebenzimmer wach werden?“ Die Antwort gibt es in der Exerzierhalle.

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