Berlin Jetzt wissen es auch die Fans bei der Berlinale: Die Verfilmung der Sadomaso-Romanze „Fifty Shades of Grey“ ist mehr zart als hart. Hauptdarsteller Jamie Dornan (32) hat in seiner ersten richtig großen Kinorolle mit seiner Filmpartnerin einige Nacktszenen. Sein Kommentar dazu bei der internationalen Premiere in Berlin: „Ich fühle mich wahrscheinlich mit Kleidung ein bisschen wohler als ohne - wie die meisten.“ Aber die Nacktszenen hätten ihm nicht so viel ausgemacht.

Am Mittwochabend war es zu hören: Der Mann hat Fans. Ebenso Hauptdarstellerin Dakota Johnson (25), die Tochter der Filmstars Melanie Griffith und Don Johnson. Schon Stunden vorher versammelten sich die „Fifty Shades“-Anhängerinnen mit Campingstühlen, Thermoskannen und Wärmedecken vor dem Zoo Palast.

Abends dann: Autogrammstunde und Selfies am roten Teppich. Dornan kam mit Bart und im smarten Anzug mit Fliege, Johnson mit Ponyfrisur wie im Film, kräftigem Lippenstift und sehr tiefem Ausschnitt.

Bei dem Festival gibt es nur eine einzige Vorstellung in der Special-Reihe. Chancen auf eine Bären-Trophäe hat der Film, der gerade in den Kinos startet, nicht. Die Kritiken waren geteilt, „schwülstig und öde“ fand ihn beispielsweise die Zeitung „USA Today“. Bei der Berlinale-Vorstellung schmachteten einige Zuschauer richtig mit. Etwa: „Wahnsinn, ich habe mich in den Schauspieler verliebt.“ Eine Frau war ganz aufgeregt, als sie eine Rose fing, die Dornan von der Bühne warf.

Die Erotik-Trilogie von E.L. James (51) ist ein Phänomen. Sie hat sich weltweit mehr als 100 Millionen Mal verkauft. Wer die Bücher nicht gelesen hat: Die unbedarfte Studentin Anastasia „Ana“ Steele wird darin vom reichen Unternehmer Christian Grey in die Sadomaso-Welt eingeführt. Viel wird die Peitsche auf der Leinwand aber nicht geschwungen. Freigegeben ist die Liebesromanze ab 16.

Regisseurin Sam Taylor-Johnson (47) sagte auf die Frage nach dem Druck angesichts des Hypes um die Bücher: „Die einzige Art, damit umzugehen, war, ihn zu ignorieren.“ Autorin E.L. James gefielen besonders die Flugszenen und die Szene in der Bar, in der Anastasia betrunken ist. Den Film zu machen, sei eine „interessante, surreale und sehr lehrreiche Erfahrung“ gewesen. Ob sie bereit sei für Teil 2 und 3? „Mal sehen.“

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