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BERLIN „Keine zehn Sekunden“, erinnert sich Hans Jessen, „dann war ich elektrisiert.“ Am 10. September 1998 lernte der Journalist den Oldenburger Maler und Musiker Max Hermann kennen – nun können sich auch Berliner vom Werk des mittlerweile verstorbenen Max Herrmann faszinieren lassen. Die Saarländische Galerie zeigt die wichtigsten abstrakten Bilder, Keramiken und die Teppichkunst – zur Verfügung gestellt von Herrmanns Lebensgefährtin Helga Brandhorst.

Ein idealer Ausstellungsort mitten zwischen den Museen der Spree-Metropole: Ein großer Oldenburger mitten unter den großen Künstlern aller Epochen. Oder in den Worten von Jessen: „Herrmann war ein Revolutionär, ein Wilder. Über seinen Rang gibt es keinen Zweifel“.

Tragische Momente

Tatsächlich zeigen „die Kraft der Linien und der Farben“ (Jessen) nicht nur den Meisterschüler von Dix und Beckmann. In seinen Bildern nimmt Herrmann auch seine Ausbildung als Musiker auf. „Herrmanns Bilder sind nicht gemalte Musik, sondern Malerei mit innerem Rhythmus“, so Jessen. Dass die frühen Werke im Zweiten Weltkrieg verloren gingen, gehört zu den tragischen Momenten.

Faszinierend die Keramiken, die von Helga Brandhorst geformt wurden, bevor Herrmann ihnen eigenen Charakter verlieh. Jessens Feststellung, „ein Spätwerk, das man neben Picasso hinstellen kann“, mag keiner der Eröffnungsgäste widersprechen. Viele sind per Bus aus Oldenburg angereist, um die Berliner Schau „dieses außerordentlichen Künstlers der Klassischen Moderne“, wie Thomas Kossendey, Präsident der Oldenburgischen Landschaft, betont, nicht zu verpassen.

Viel hat der CDU-Staatssekretär dazu beigetragen, dass die „Schlüsselgestalt der oldenburgischen Kunstgeschichte im 20. Jahrhundert“ auch in der Bundeshauptstadt gewürdigt wird. Es ist das erste Großprojekt des neuen Landschaftspräsidenten.

Ein Brückenschlag

Kossendey erinnert in seiner Laudatio nicht nur daran, dass es die Oldenburgische Landschaft war, die Herrmann zum 90. Geburtstag mit einer Medaille ehrte, sondern dass der „Allround-Künstler“ auch mit seinen Schaffen „weit über das Oldenburger Land hinaus Anerkennung gefunden“ hat. Besonders freut es Kossendey, dass die Werke in die Saarländische Galerie Eingang gefunden haben. Schließlich sei man lange „Nachbar“ gewesen, so Kossendey: „Als Birkenfeld noch zu Oldenburg gehörte.“

Ein kühner, aber mit viel Schmunzeln akzeptierter Brückenschlag von Max Herrmann zum Saarland.

Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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