Los Angeles Nach zwei Bond-Abenteuern, „Skyfall“ und „Spectre“, hat Sam Mendes nun den wohl persönlichsten Film seiner Laufbahn gedreht. Als Junge lauschte der Brite den Kriegserzählungen seines Großvaters, der in den Schützengräben und Schlachtfeldern das Grauen des Ersten Weltkriegs erlebte. In „1917“ (Kinostart 16. Januar) folgt Mendes nun zwei jungen Soldaten bei einer gefährlichen Mission an einem Tag im Frühling des Kriegsjahres 1917.

Zu Fuß sollen sie entlang der deutschen Front das Feindgebiet durchqueren, um einer britischen Division eine lebensrettende Botschaft zu überbringen. Gelingt das nicht, würden 1600 Soldaten in einen Hinterhalt laufen. Die Todesangst und der Horror bei diesem fast unmöglichen Unterfangen ist den Soldaten Blake und Schofield ins Gesicht geschrieben.

Ihr Weg führt durch verkohlte Wüstenkriegslandschaften, über Stacheldrahtverhaue, an aufgedunsenen Leichen von Menschen und Pferden vorbei, auf allen vieren durch den blutigen Schlamm von Schützengräben. Zwei Stunden lang zehren ihre Erlebnisse an den Nerven des Publikums. Mendes liefert einen aufreibenden Kriegsfilm, das würdigten kürzlich auch die Juroren bei der Verleihung der Golden Globes.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

„Diesen Preis widme ich meinem Großvater Alfred
Hubert Mendes, der diesen Film inspiriert hat“, sagte der 54-jährige Regisseur in seiner Dankesrede für den Regie-Globe. Mit 17 Jahren sei der Großvater in den Krieg gezogen. „Und ich hoffe inbrünstig, dass so etwas nie wieder passiert“, mahnte Mendes. Sein „1917“ holte zudem den Spitzenpreis als bestes Filmdrama. Es sei schwierig, Filme ohne große Stars in den Hauptrollen zu machen und damit Leute ins Kino zu locken, lamentierte der Regisseur. Doch nun hoffe er, dass den Film viele auf der großen Leinwand sehen werden.

Für bekanntere Schauspieler wie Colin Firth und Benedict Cumberbatch gibt es nur winzige Nebenrollen. Vielmehr verlässt sich Mendes ganz auf die britischen Newcomer George MacKay (27, „Captain Fantastic“) und Dean-Charles Chapman (22, „Game of Thrones“), die beide eine Oscar-reife Leistung zeigen. Ihre Figuren sind mutig, aber keine Helden. Sie stellen sich der Aufgabe, aber zweifeln an sich und an dem Sinn des Krieges. Es gibt nur wenige Schlachtszenen, vielmehr zehrt der andauernde Überlebenskampf an den Nerven. Die jungen Hauptakteure sind quasi in jeder Szene zu sehen.

Mit einer kühnen filmischen Vision zieht Mendes außerdem die Zuschauer mitten ins Geschehen hinein: Der Oscar-Preisträger („American Beauty“) vermittelt die Geschichte im Stil einer One-Shot-Aufnahme, so als wäre alles am Stück und ohne Schnitte gedreht.

Die Kamera folgt den Soldaten auf Schritt und Tritt, als wäre man ständig an ihrer Seite. Mal läuft man rückwärts durch enge Schützengräben mit, mal schaut man über ihre Schulter in die ausgebrannte, weite Landschaft. Tatsächlich gibt es nur wenige Schnitte – und die sind kaum zu erkennen.

Die 92. Filmpreis-Gala geht am 9. Februar in Hollywood über die Bühne.

Bester Film:„Le Mans 66 – Gegen jede Chance“, „The Irishman“, „Jojo Rabbit“, „Joker“, „Little Women“, „Marriage Story“, „1917“, „Once Upon a Time in Hollywood“, „Parasite“

Beste Regie:Martin Scorsese („The Irishman“), Todd Phillips („Joker“), Sam Mendes („1917“), Quentin Tarantino („Once Upon“), Bong Joon Ho („Parasite“)

Beste Hauptdarstellerin:Cynthia Erivo („Harriet“), Scarlett Johansson („Marriage Story“), Saoirse
Ronan („Little Women“),
Charlize Theron („Bomb-shell“), Renée Zellweger
(„Judy“)

Bester Hauptdarsteller:
Antonio Banderas („Leid und Herrlichkeit“), Leonardo DiCaprio („Once Upon a Time in Hollywood“), Adam Driver („Marriage Story“), Joaquin Phoenix („Joker“), Jonathan Pryce („Die zwei Päpste“)

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.