Los Angeles Wenige Wochen vor seinem 102. Geburtstag sonnt sich Kirk Douglas im Blitzlichtgewitter der Fotografen. Im grauen Anzug, mit hellrosa Hemd und Sonnenbrille sitzt die Leinwandlegende im Rollstuhl auf dem Hollywood Boulevard, ganz nah an der Stelle, wo er 1960 mit einem Stern auf dem „Walk of Fame“ verewigt wurde. Der strahlende „Spartacus“-Held, jetzt mit schlohweißen Haaren, schaut als Ehrengast zu, als Sohn Michael Douglas (74) seine eigene Sternenplakette auf der berühmten Flaniermeile enthüllt.

„Es bedeutet mir so viel, Dad, dass du heute dabei bist“, sagte Michael Douglas Anfang November zu Tränen gerührt. Mit der Auszeichnung feierte der zweifache Oscar-Preisträger seine 50 Jahre währende Karriere im Showbusiness. Diejenige seines Vaters begann bereits in den 1940er Jahren. An diesem Sonntag, 9. Dezember, wird Kirk Douglas, eine der letzten Legenden Hollywoods, 102 Jahre alt.

Der Familien-Patriarch hat das Tempo längst gedrosselt, öffentliche Auftritte wie zuletzt auf dem „Walk of Fame“ sind selten geworden. Doch offensichtlich genießt er immer noch das Rampenlicht. So kam er im vorigen Januar bei der Golden-Globe-Gala im Rollstuhl auf die Bühne, um den Preis für das beste Drehbuch anzukündigen.

Die Folgen eines schweren Schlaganfalls im Jahr 1996 sind dem Jubilar noch anzumerken. Douglas musste danach das Sprechen wieder mühsam lernen. In seinem achten Buch – „Ein Fall von Glück – Mein neues Leben nach dem Schlaganfall“ beschrieb er 2002 die schwierige Genesung. 2017 brachte er sein zwölftes Werk heraus, basierend auf Liebesbriefen, die er seiner Frau Anne geschrieben hatte.

Beim Schreiben nimmt Douglas kein Blatt vor den Mund. In einem Blog bei der „Huffington Post“ warnte der liberale Star mit dem markanten Grübchen im Kinn im Herbst 2016 vor den Folgen eines Wahlsieges von Donald Trump. In seinem Eintrag zitierte er aus einer Wahlkampfrede des Republikaners, die sich gegen Einwanderer richtete.

„Dies sind nicht die amerikanischen Werte, für deren Schutz wir im Zweiten Weltkrieg gekämpft haben“, wetterte Douglas. Er selbst sei 16 Jahre alt gewesen, als 1933 ein Mann in Deutschland an die Macht kam, den zuerst niemand ernst genommen habe, führte der Sohn jüdisch-russischer Einwanderer weiter aus.

Seine Karriere musste sich Douglas anfangs hart erkämpfen. Als Issur Danielovitch Demsky geboren, wuchs er mit sechs Schwestern im Armenviertel der Industriestadt Amsterdam im US-Bundesstaat New York auf. Mit Jobs als Hausmeister und Ringer auf Jahrmärkten finanzierte er sein Studium, um möglichst schnell auf die Schauspielschule zu kommen.

Nach dem Krieg hatte er Glück. Seine frühere Klassenkameradin Lauren Bacall empfahl ihn bei den Studiobossen in Hollywood. Als Alkoholiker-Ehemann von Barbara Stanwyck debütierte er 1946 in dem Film „Die seltsame Liebe der Martha Ivers“ so überzeugend, dass schnell weitere Hauptrollen folgten.

Insgesamt spielte Douglas in mehr als 80 Filmen mit, oft unter großen Regisseuren wie Billy Wilder, Howard Hawks, Otto Preminger und Elia Kazan. Allein mit seinem Leinwandfreund Burt Lancaster stand er siebenmal vor der Kamera.

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