Los Angeles /Bonn Das Kriegsdrama „1917“ von Sam Mendes und Quentin Taran-tinos „Once Upon a Time in Hollywood“ waren die großen Gewinner – und Netflix der große Verlierer bei der Verleihung der Golden Globes durch die Vereinigung der Hollywood-Auslandspresse. Selbst das in vier Kategorien nominierte Netflix-Drama „Die zwei Päpste“ (The two Popes) ging leer aus.

Dabei hatten nicht wenige Experten einen Triumph des Streaming-Anbieters prophezeit. War Netflix doch mit den meisten Nominierungen ins Rennen gegangen und schien die etablierten Studios nun auch im Kinogeschäft noch weiter ins Abseits zu drängen. Am Ende entschied sich die Hollywood-Auslandspresse derart einhellig für die traditionellen Produktionsweisen, dass man dies kaum anders denn als Statement auffassen kann. Die 34 Netflix-Nominierungen konnten lediglich Laura Dern für „Marriage
Story“ und Olivia Colman für „The Crown“ in Siege verwandeln.

Und so bekam „1917“ von Sam Mendes den „Golden Globe“ als bester Film in der Kategorie Drama, Tarantinos „Once Upon a Time in Hollywood“ in der Kategorie Musical/Comedy. Beide Filme wurden außerdem noch in anderen wichtigen Kategorien ausgezeichnet: So konnte sich Mendes über einen Preis für die beste Regie freuen, Quentin Tarantino heimste den Preis fürs beste Drehbuch ein, und Brad Pitt wurde für seinen Auftritt in „Once Upon a Time in Hollywood“ als bester Nebendarsteller geehrt.

Zu den Gewinner-Filmen gehörte auch „Joker“: Hauptdarsteller Joaquin Phoenix konnte den Golden Globe als bester Hauptdarsteller in der Kategorie Drama entgegennehmen, und die isländische Komponistin Hildur Guonadottir bekam für ihre beklemmend-aufwühlende Musik zu dem düsteren Antisuperhelden-Drama die Trophäe in der Filmmusik-Kategorie.

Ansonsten waren Filmbiografien, sogenannte Biopics, gefragt: Renee Zellweger, der mit ihrer Verkörperung von Hollywoodstar Judy Garland in „Judy“ ein furioses Comeback gelungen ist, wurde dafür als beste Schauspielerin in der Kategorie Drama geehrt. Ihr Kollege Taron Egerton bekam für seinen Auftritt als Elton John in „Rocketman“ den Preis als bester Darsteller
Musical/Comedy.

Auch bei den Serien schnitten biografische Stoffe gut ab: Russell Crowe erhielt eine Auszeichnung als bester Darsteller in einer Miniserie für seine Rolle als „Fox News“- Gründer Roger Ailes in „The Loudest Voice“. Und Michelle Williams wurde für ihre Rolle als Gwen Verdon in der Miniserie „Fosse/Verdon“ geehrt, die die Kollaboration des legendären Choreografen und Regisseurs Bob Fosse mit der Tänzerin und Schauspielerin Gwen Verdon beleuchtet.

Ebenfalls mit einem Golden Globe geehrt wurde der herausragende Mehrteiler „Chernobyl“ über das Reaktor-Unglück im sowjetischen Tschernobyl und die verheerenden Folgen: Er wurde als beste Miniserie ausgezeichnet und verhalf außerdem Schauspieler Stellan Skarsgard zu einem Preis als bester Nebendarsteller.

Die Preisverleihung selbst verlief relativ unspektakulär und weitgehend ohne kämpferisch-brisante Statements. Mehrere der Ausgezeichneten wiesen in ihren Dankesreden, festgemacht an der Brandkatastrophe in Australien, auf die Folgen des Klimawandels hin; die aktuelle politische Situation der USA wurde lediglich von Schauspielerin Patricia Arquette adressiert.

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