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Los Angeles /Berlin Er galt als einer der besten Schlagzeuger der Welt, sein komplexes Spiel im Rock-Trio Rush beeinflusste zahllose Musiker weit über das Genre hinaus. So virtuos wie kaum ein anderer Drummer hat Neal Peart die dem Rhythmus dienende Rolle des „Mannes hinter der Schießbude“ ausgefüllt. Mit 67 Jahren ist der Kanadier, der auch Texte für Rush schrieb, in Kalifornien gestorben.

Peart, der 1974 als Nachfolger von John Rutsey zu Rush gestoßen war, sei am 7. Januar einem Krebsleiden erlegen, teilte die Band „mit gebrochenem Herzen und tiefster Traurigkeit“ per Twitter mit. Der Musiker – „Freund, Seelenbruder und Bandkumpel über 45 Jahre“ – habe lange tapfer gegen den Hirntumor gekämpft.

Die Fachzeitschrift „Rolling Stone“ führte Peart in ihrer jüngsten Rangliste von 2016 auf Platz vier der „100 besten Schlagzeuger aller Zeiten“ – vor ihm rangierten nur Ginger Baker (Cream), Keith Moon (The Who) und John Bonham (Led Zeppelin).

Neben vielen Musikerkollegen kondolierte am Wochenende auch Kanadas rockbegeisterter Regierungschef Justin Trudeau: „Wir haben eine Legende verloren“, schrieb der Premierminister auf Twitter. „Aber sein Einfluss und sein Vermächtnis werden immer in den Herzen von Musikliebhabern in Kanada und rund um die Welt weiterleben.“

Für den Schlagzeuger-Freund Max Weinberg von Bruce Springsteens berühmter E Street Band war Peart „eine Drummer-Legende, wie wir alle wissen – und ein wahrhaft liebenswerter Mensch“. Auch Gene Simmons von der Hardrockband Kiss hob in dem Kurznachrichtendienst hervor: „Neil war eine freundliche Seele.“ Der Schlagzeuger und Gitarrist Dave Grohl (Nirvana, Foo Fighters) schrieb: „Er wurde ,Professor’ genannt, und das mit Grund: Wir alle lernten von ihm.“

Das Trio Rush wurde im Herbst 1968 von Gitarrist Alex Lifeson gegründet, kurz danach kam Geddy Lee (Gesang, Bass, Keyboards) hinzu und sechs Jahre später der 1952 in der kanadischen Provinz Ontario geborene Peart. Für ihre oft modernisierte Mixtur aus Hardrock, Pop, Progressive und Alternative Rock wurde die Gruppe von Kritikern gefeiert und versammelte als grandiose Live-Band eine treue Gefolgschaft um sich.

Bis 2015 tourte Peart noch mit Rush durch die Welt, dann zog er sich zurück. Lee und Lifeson gaben im Januar 2018 die Auflösung der Gruppe bekannt.

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