London Entgeisterte Gesichter bei der Versteigerung: Anfang Oktober wurde Banksys Werk „Girl with a Balloon“ in London zerstört. Kurz nachdem im Auktionshaus Sotheby’s das letzte Gebot einging, zerstückelte sich das Bild selbst: Ein im Rahmen versteckter Schredder zerschnitt das Motiv zur Hälfte – übrig blieben Schnipsel. Rund zwei Wochen später bei einer Versteigerung mehrerer Werke in Paris blieb eine Überraschung wie in London aus.

Wildeste Theorien

Die Aktion hat jedoch die Spekulationen rund um Banksys Identität aufs Neue entfacht: Wer verbirgt sich hinter dem Straßenkünstler? Seit mehr als 25 Jahren bleibt diese Frage unbeantwortet. Mittlerweile ranken sich die wildesten Theorien um den Briten: Steckt der Sänger einer Band dahinter? Oder doch eine Frau, die sogar ein ganzes Kollektiv leitet?

Bekannt ist: Banksy kam Ende der 90er Jahre nach London. Berühmt wurde er durch seine gesellschaftskritischen und meist kontroversen Motive. Seine Kunst kritisiert wieder und wieder Krieg, Faschismus und übermäßiges Konsumverhalten. Eines der wenigen Graffiti, das in London noch zu sehen ist, heißt „Shop till you Drop“ (Einkaufen bis zum Umfallen). Es zeigt eine fallende Frau mit Einkaufswagen an einer Hauswand in der Nähe des Hyde Parks.

Viele glauben, dass Banksy ein etwa 40 Jahre alter Mann ist, der aus Bristol stammt. Seit 2017 meinen manche, nun den Namen des Künstlers zu kennen: Rob. Der britische DJ Goldie hat den in einem Podcast angeblich aus Versehen ausgeplaudert. Seitdem sind zwei Männer zurück ins Visier der Spekulierenden gerückt: Robert Del Naja und Robin Gunningham.

Robert Del Naja stammt aus Bristol und ist der Sänger der britischen Band Massive Attack. Der schottische Musikjournalist Craig Williams hat 2016 in seinem Blog die angeblichen Beweise dafür zusammengetragen. Doch Del Naja bestreitet die Gerüchte, er sei mit Banksy lediglich befreundet.

Der zweite „Verdächtige“ Robin Gunningham ist Straßenkünstler und ebenfalls aus Bristol. Schon 2008 behauptete die „Daily Mail“: Gunningham ist Banksy. Acht Jahre später wollen Wissenschaftler der Queen-Mary-Universität in London das in einer Studie belegt haben.

Bis heute unbestätigt

Der Street-Art-Experte Carlo McCormick schätzt, dass Gunningham mit 75-prozentiger Wahrscheinlichkeit Banksy ist – auch wenn der das immer wieder bestritten hat. Seine Bücher publiziert Banksy übrigens unter dem Namen „Robin Banksy“.

Keine der beiden Theorien ließ sich bis heute bestätigen. Mittlerweile gibt es so verrückte Behauptungen, dass man eigentlich fragen müsste: Wer ist nicht Banksy? Ist der Künstler in Wahrheit Richard Pfeiffer aus Brooklyn oder ein namenloser Graffiti-Künstler aus Melbourne?

Vielleicht bleibt die Frage für immer unbeantwortet.

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