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London Eigentlich hatte sich Dame Joan Plowright schon vor einigen Jahren von Leinwand und Bühne verabschiedet, da sie erblindete. Doch im vergangenen Jahr erlaubte sie einem Kamerateam, ein Treffen mit drei alten Freundinnen zu filmen: die ebenfalls zu Damen erhobenen Filmstars Judi Dench („M“ in mehreren Bond-Filmen), Maggie Smith („Downton Abbey“) und Eileen Atkins („The Crown“). Heraus kam der Dokumentarfilm „Tea with the Dames – ein unvergesslicher Nachmittag“. Zwischen wunderbaren Einblicken in die Theater- und Filmwelt gibt Joan Plowright zu, dass ihre Ehe mit „Larry“, wie sie den 22 Jahre älteren Laurence Olivier nannte, manchmal „ein Albtraum“ war. Die preisgekrönte Film- und Bühnenschauspielerin begeht an diesem Montag ihren 90. Geburtstag.

Die Tochter eines Lokalredakteurs und einer Laienschauspielerin landete nach der Schauspielschule am avantgardistischen Royal Court Theatre in London. Dort machte sich der Nachwuchsstar einen Namen in Stücken wie „Die Stühle“ von Eugène Ionesco. Und dort verliebte sich auch die Schauspiellegende Laurence Olivier (1907–1989) in sie.

Es kann nicht immer einfach gewesen sein, mit dem besten Schauspieler seiner Generation verheiratet zu sein. Es gab Gerüchte über Affären und seine Sexualität.

Joan Plowright stand zwar immer wieder vor der Kamera, aber sie legte erst in den 1980ern richtig los, mit einer Rolle in einem amerikanischen Fernsehfilm über Anne Frank, an der Seite von Maximilian Schell. Dann folgten „Wagner“ (1983), „Revolution“ (1985) und „Verschwörung der Frauen“ (1988). Während sie Olivier pflegte, überredete er sie, ihre erste amerikanische Kinorolle in „Ich liebe Dich zu Tode“ anzunehmen, eine schwarze Komödie mit Kevin Kline und Keanu Reeves. Für ihre Nebenrolle in Mike Newells Film „Verzauberter April“ (1992) wurde sie für einen Oscar nominiert und gewann einen Golden Globe, genau so wie für den Fernsehfilm „Stalin“.

Hollywood liebte sie für ihr matronenhaftes Auftreten in Filmen wie „Dennis“ über einen kleinen Quälgeist mit Walter Matthau oder „101 Dalmatiner“ als Kindermädchen und Welpen-Hebamme. „Es macht Spaß, überall auf der Welt zu drehen – und extrem gut bezahlt zu werden“, gab sie in der „Los Angeles Times“ zu und erklärte dem „Telegraph“: „Wenn man älter wird, ist es einfacher, Filme zu drehen.“

Obwohl sie im Herzen ein „Theatertier“ sei, genieße sie Rollen in Blockbuster-Filmen wie „Haus über Kopf“ (2003) mit Steve Martin und Queen Latifah: „Hin und wieder ist es sehr befreiend, ein bisschen albern zu sein und die Seele baumeln zu lassen.“

Nachdem ihr Augenlicht immer schlechter wurde, zog sie sich schließlich 2009 von Bühne und Leinwand zurück.

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