OLDENBURG Mit „Küsse und Bisse“ hat der Theaterclub des Oldenburgischen Staatstheaters am Sonnabend die Jugendtheatertage mit viel Beifall eröffnet. Die 26 jungen Leute zwischen 14 und 20 Jahren zeigten beeindruckend, wie großartig Jugendtheater sein kann. Der Doppelabend startete mit dem Tanztheater „Penthesilea“ unter der Leitung von Tänzer Felix Berner und Theaterpädagogin Hanna Puka.

Die Bühne in der Exerzierhalle ist ein Schlachtfeld. Aus der Box dröhnen mechanische Donnerschläge. Zwei Gruppen, beschmiert mit Tarnfarbe, stehen sich feindselig gegenüber. Darunter ein Liebespaar, die Amazonenkönigin Penthesilea und ihr Held Achill. „Jeder hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit“, schreiben die Tänzer mit Kreide an die Wand. Wirklich jeder? Die 16 jungen Leute wirken so verletzlich, wenn sie tanzen, als ginge es um Leben und Tod. Dazwischen rezitieren sie Verse nach Heinrich von Kleist. Absolut brillant.

Shakespeare satirisch

Teil zwei von „Küsse und Bisse“ überzeugt mit Musik. „So glücklich“ haben zehn weitere Jugendliche ihr Stück genannt. Es ist eine Collage nach Motiven von Kleists „Käthchen von Heilbronn“. Neele Tyrasa singt und alle stimmen ein: „Es ist egal, was du bist. Hauptsache ist, es macht dich glücklich!“ Sehr persönliche Gedanken, zum Beispiel wie es nach dem Abi weitergeht, wechseln mit klassischen Versen. Eine sehr gelungene Mischung!

Mit einer zweiten Premiere gingen die Jugendtheatertage am Sonntag weiter. „Nichts Klassisches“ war ebenfalls ein Doppelabend, den zwei weitere Gruppen des Jugendclubs erarbeiteten. Den Anfang machte „Shakespeare“ unter der Regie von Maxi Schneider und Bettina Stiller.

Zehn Jugendliche in schlichter, schwarzer Kleidung begrüßen freudestrahlend ihr Publikum zu „Shakespeares greatest hits“. Der Name verrät es, hier werden mit satirischem Humor Richard III., Macbeth, Hamlet, Cleopatra & Co. liebevoll verulkt. Ein Erzähler kündigt den jeweiligen Schauplatz an. Derweil schlüpft Hamlet in sein rosa Mäntelchen und legt sich den Plüschkragen um. In einer anderen Szene, die in England spielt, plumpst Lady Anne auf der Flucht vor Richard III. in einen Pappsarg, während sich in Ägypten Cleopatra munter stöhnend mit ihrem Geliebten hinter einem weißen Vorhang vergnügt. So entsteht eine skurrile Komödie, die vor Spielfreude strotzt.

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Schweigen

Im zweiten Teil dieser Premiere reflektieren sechs junge Leute in der Performance „Nichts“ jene bösen Früchte, die aus jugendlichem Unmut erwachsen können. Fashion-Sarah rattert lahm einen Text herunter, wie gut sie Kaugummi kauen kann. „Nichts“, das unter der Leitung von Sebastian Brandes, Liesa Pieczyk und Julia Wissert entstand, scheint als Titel für dieses Stück passend. Denn es geht nichts voran und am Ende bleibt nichts als Schweigen.

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