Las Vegas Mit großer Trauer und Anteilnahme haben US-Filmgrößen auf den Tod des Komikers Jerry Lewis reagiert. Der durch Filme wie „Der verrückte Professor“ weltweit berühmte Star war am Sonntagmorgen im Alter von 91 Jahren im Kreise seiner Familie gestorben. „Er war ein Gigant. Er war ein Pionier. Er war ein großartiger Entertainer (...) und ein bemerkenswerter Mann“, würdigte ihn US-Regisseur Martin Scorsese. 1982 hatte er die Schwarze Komödie „The King of Comedy“ mit ihm gedreht, der damalige Co-Schauspieler Robert De Niro erinnerte sich ebenfalls mit warmen Worten an Lewis.

„Jerry war ein Pionier der Comedy und des Films“, sagte De Niro. Er habe das Glück gehabt, ihn in den vergangenen Jahren ein paar Mal zu sehen. „Auch mit 91 machte er keine Pause oder verpasste eine Pointe“, erklärte er. Scorsese bedankte sich für die gemeinsame Zeit beim Dreh, diese Erfahrung werde er immer schätzen. „Er war wahrhaftig einer unserer Größten.“

Jerry Lewis, mit Geburtsnamen Joseph Levitch, war eine Karriere im Showbusiness praktisch in die Wiege gelegt worden. Erstmals trat er im Alter von fünf Jahren in einem Varieté seiner Eltern öffentlich auf. Mit 16 hatte er die Schule bereits abgebrochen und verdiente sich als Komiker seinen Lebensunterhalt.

Den Durchbruch schaffte er kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mit gerade einmal 20 Jahren gemeinsam mit Dean Martin. Das Duo wurde durch Bühnenauftritte bekannt, die Lewis selbst einmal so beschrieb: „Wir jonglieren und lassen ein paar Teller fallen und versuchen ein paar Handstände. Ich dirigiere die dreiköpfige Band mit einem meiner Schuhe, verbrenne ihre Noten, springe von der Bühne, renne um die Tische, setzte mich zu den Gästen und schütte Sachen um, während Dean weiter singt.“

Bruch zwischen Lewis und Martin

Nach einem Vertrag in Hollywood spielten sie in Filmen wie „Krach mit der Kompanie“ und „Maler und Mädchen“. 1956 trennten sich ihre Wege, weil sich die beiden uneinig waren, wie es mit ihrer Karriere weitergehen sollte. Über Jahre hinweg hatten sie keinen Kontakt, näherten sich aber später wieder an. Martin starb 1995.

Nach der Trennung begann Lewis wie sein Idol Charlie Chaplin auch selbst Regie zu führen, unter anderem bei Hits wie „Hallo, Page!“ und „Der verrückte Professor“. 1995 kehrte er der Filmwelt weitgehend den Rücken, trat aber zuletzt 2016 in dem Drama „Max Rose“ wieder auf. Auch im Remake von „Der verrückte Professor“ hatte er einen kurzen Auftritt.

Neben seiner Beliebtheit beim Publikum nahm Lewis auch ungemeinen Einfluss auf andere Künstler. Hollywoodstar Jim Carrey etwa nannte ihn immer wieder als Vorbild. Bei Twitter schrieb er am Sonntag: „Der Blödel war kein Dummkopf. Jerry Lewis war ein unverkennbares Genie, ein unbeschreiblicher Segen, das Absolute der Comedy! Ich bin, weil er war!“

Schauspielerin Jamie Lee Curtis erklärte, Lewis sei oft bei ihrer Familie zu Besuch gewesen. Er habe viele Filme mit ihrer Mutter gemacht, zudem gebe es auch Zuhause-Videos mit Janet Leigh und Tony Curtis. „Er brachte mich und viele andere zum Lachen.“

Würdigung des Weißen Hauses

Das Weiße Haus würdigte den gestorbenen Komiker Jerry Lewis als Mann, „der uns alle seit mehr als einem halben Jahrhundert zum Lachen brachte“. Er habe den „American Dream“ gelebt und „sein Land wirklich geliebt, und sein Land liebte ihn zurück“, sagte die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, am Sonntagabend. Lewis habe ein außergewöhnliches Leben geführt und sei einer der großartigsten Entertainer und Menschenfreunde der Vereinigten Staaten gewesen.

In den USA war Lewis über Jahrzehnte hinweg jeden Labor Day der Moderator einer Sendung zugunsten von Menschen, die an Muskelschwund erkrankt sind. Über die Sendungen wurden seit den 1960er Jahren 1,5 Milliarden Dollar an Spenden gesammelt. 2011 gab Lewis bekannt, dass er nicht mehr moderieren würde.

Mit seiner Frau Patti war Lewis 36 Jahre verheiratet und hatte sechs Söhne. Sie reichte 1982 die Scheidung ein und warf ihm vor, ein Fremdgänger und Drogensüchtiger zu sein. Wenige Jahre später heiratete Lewis Sandra Pitnick, mit der er eine Tochter hatte.

NWZ-Trauer.de
Trauerfälle aus der Region sowie Ratgeberartikel zum Thema Trauer.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.