Oldenburg Die Oldenburger BBK-Vorsitzende Martina van de Gey ist da ganz ehrlich. Freimütig gibt sie zu, dass es ihr selbst noch nicht geglückt sei, an einem Wochenende sämtliche „Offenen ARTEliers“ in der Region aufzusuchen: „Da kommen schon einige Kilometer zusammen.“

Wer sich also an diesem Wochenende aufmacht, um Künstler der Region in ihren Ateliers über die Schulter zu gucken, sollte sich sehr genau seine Route zusammenstellen. Im Umkreis von 60 Kilometern treffen Besucher auf Kunst und Künstler – von Waddewarden und Wilhelmshaven bis nach Cloppenburg, von Westerstede bis Delmenhorst. Meist sind es einzelne Künstler, mal finden sich auch kleine „Nester“ von mehreren Werkstätten an einem Ort.

Spannende Kunst, das steht für die Malerin fest, finde man überall im Oldenburger Land. Nur manchmal liegt sie halt arg weit am Rande wie etwa das Atelier des Holzbildhauers Claus Wettermann in Augustgroden (Stadland). Der Künstler schneidet mit der Kettensäge Skulpturen aus Baumstammteilen, deren Oberfläche er anschließend mit der Handschleife nachbearbeitet und schwärzt.

Wer sich auf den Weg nach Augustgroden macht, könnte zuvor in Varel bei dem 1946 in Oldenburg geborenen Maler Hein Bohlen und seiner Kollegin Renate Garen vorbeischauen, die beide ihre Malerei und Grafik vorstellen. Von da aus geht es alternativ weiter nach Wilhelmshaven, Waddewarden und Jever, wo fünf weitere Ateliers geöffnet sind, oder runter nach Westerstede/Linswege (drei Ateliers) – etwa zu der Keramikerin Belinda Berger oder den Lichtobjekten von Ebba van Hoorn –, oder auch weiter nach Rastede, Metjendorf, Wiefelstede und Bad Zwischenahn (vier weitere Ateliers).

Etwas ab vom Schuss befindet sich auch das Atelier von Gabriele Schnars in Berne, die gleich hinterm Deich lebt und informelle Gemälde malt. Auf dem Weg dorthin kann man noch Station bei Herbert Blazejewicz einlegen, der architektonische Objekte aus Plexiglas gestaltet und dessen Huder Atelier nicht leicht zu finden ist. „Man muss mutig immer weiterfahren“, sagt Martina van de Gey, „auch wenn man glaubt, dass da nichts mehr kommt.“

In der Werkstatt von Blazejewicz, die sich in einem alten Stall befindet, sind auch Zeichnungen seines im vergangenen Jahr verstorbenen Kollegen und Freundes Rolf Schütte ausgestellt.

Ein sehenswertes Atelier gehört van de Gey zufolge der Bildhauerin Eva Schnabel-Schütte (nicht verwandt mit Rolf Schütte) in Ganderkesee, das sich auf einem riesigen Anwesen befindet. Seit gut 20 Jahren bearbeitet die Künstlerin Holz und Sandstein. Ihre Arbeiten stehen oder liegen überall auf dem Gelände.

Ein weiteres „Nest“ mit vier Ateliers gibt es im Landkreis Oldenburg (Großenkneten, Sandkrug, Hatten, Kirchhatten). Von dort aus sollte man die Fahrt nach Cloppenburg nicht scheuen zu Bärbel Hische und Magdalene Brahms, den südlichsten Ateliers. Auf ein paar Kilometer mehr oder weniger kommt es schließlich nicht an.

Regina Jerichow Redakteurin (Ltg.) / Kulturredaktion
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