Köln Mit mindestens 332 Mordverdachtsfällen, 87 nachgewiesenen Morden, 3 Mordversuchen und einer Körperverletzung mit Todesfolge ist der Krankenpfleger Niels Högel für die größte deutsche Mordserie seit Ende des 2. Weltkriegs verantwortlich. Als Krankenpfleger in den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst tötete der heute 44-Jährige in den frühen 2000er-Jahren fast täglich unbemerkt. An einem sonst so sicheren Ort, wo Menschen gesund werden sollen, suchte er sich seine Opfer.

Lesen Sie auch:Der Fall Niels Högel - eine Multimedia-Reportage

Auch heute – über 20 Jahre nach dem ersten Mord – ist unklar, wie viele Opfer es wirklich gibt. Die Doku-Reihe „Der Todespfleger – Die Morde des Niels Högel“, die ab dem 20. September auf dem RTL-Streaming-Portal TV-Now verfügbar ist, geht in vier Folgen den drängendsten Fragen nach: Wie konnte es zu dieser Vielzahl an Morden kommen? Wieso wurde Niels Högel nicht früher gestoppt? Was für ein Mensch ist Niels Högel, was trieb ihn an? Und wer waren die Toten? Denn die Doku-Reihe lässt auch viele Angehörige seiner Opfer zu Wort kommen und erzählt ihre Geschichte.

Einsicht in die Motivlage

Anhand eines Telefoninterviews aus der JVA Oldenburg bekommen die Zuschauerinnen und Zuschauer auch Einsichten in die Motivlage des Serienmörders. Niels Högel erzählt aus seiner Sicht, warum er mit seinen Taten begann und weshalb er sich bei jeder Tat erneut bewusst für das Böse entschied. Er erzählt von unglücklichen Lieben, der Sucht nach Aufmerksamkeit, seiner Kindheit und schließlich den Problemen, die er mit sich selbst hat. Auf Basis des Interviews erstellt der Psychiater, Gerichtsgutachter und Experte für Serienmord, Reinhard Haller, ein Psychogram von Niels Högel und entlarvt dessen Lügen und Beschönigungen.

Vater spricht über Vergangenheit

Außerdem nimmt Högels Vater Dietrich, der ebenfalls als Pfleger arbeitete und immer noch guten Kontakt zu seinem Sohn hat, in seinem ersten TV-Interview überhaupt die Zuschauer mit auf eine Reise in die Kindheit und Jugend des Täters. Er verrät, dass sein Sohn als Kind große Angst vor dem Alleinsein hatte und wie er als Teenager zum Frauenhelden und um Aufmerksamkeit buhlenden Angeber wurde. In bewegenden Worten beschreibt Dietrich Högel seine Gefühle während der Verhaftung und sämtlicher Prozesse gegen seinen Sohn.

Weitere Gesprächspartner in der Doku-Reihe

Zum einen äußert sich der verurteilte Niels Högel selbst in einem Telefon-Gespräch aus der JVA. Zum Anderen sprechen sein ehemaliger Freund Matthias Corssen, der selbst Opfer wurde, sowie Högels ehemaliger Arbeitskollege Frank Lauxtermann über die Geschehnisse. Er arbeitete insgesamt zwei Jahre mit dem Serienmörder auf der herzchirurgischen Intensivstation 211 in Oldenburg zusammen. Zudem analysiert Reinhard Haller, Psychiater, Psychotherapeut und forensisch-psychiatrischer Gerichtsgutachter, das Interview mit Niels Högel.

Spielfilm und Buch beleuchten ebenfalls Geschehnisse

RTL wird die Dokumentation im Doppelpack mit dem von den wahren Ereignissen rund um Niels Högel inspirierten Spielfilm „Das weiße Schweigen“ ausstrahlen. Außerdem erscheint am 20. September das Buch „Der Todespfleger – Warum konnte Niels Högel zum größten Serienmörder der deutschen Nachkriegsgeschichte werden?“ von den ehemaligen preisgekrönten NWZ-Redakteuren Karsten Krogmann und Marco Seng im Goldmann Verlag.

Spezial zum Krankenpfleger-Prozess: Alles rund um den Fall „Niels Högel“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.