BREMEN Es gibt wohl niemanden, der die Figur der lebendigen Holzpuppe Pinocchio, die der italienische Autor Carlo Collodi vor fast 130 Jahren ersonnen hat, nicht kennt. Der Stoff ist unzählige Male verfilmt, vertont (sogar als Oper) und bearbeitet worden. Jetzt auch von Dirk Böhling, der daraus – als diesjähriges Weihnachtsmärchen im Bremer Theater am Goetheplatz – ein Kinderstück mit Musik gemacht hat.

Und das ist ein wahrer Volltreffer geworden. Böhling, der auch Regie führt, hat für 75 Minuten ein fantasievolles, anrührendes, witziges Märchen für Große und Kleine auf die Bühne gezaubert. Zu klein sollten die Zuschauer allerdings nicht sein, denn das Stück lebt nicht nur von sinnlichen und lebendigen Theatereffekten, sondern auch vom Text. Und natürlich von der Musik: Hans Steinmeier hat ein knappes Dutzend beschwingter Lieder geschrieben, die den Fluss der Handlung auflockern.

Von den zahlreichen Abenteuern Pinocchios fand nur eine Auswahl in das Stück. Vor allem die Episoden mit den betrügerischen Herrn Fuchs (Sabine Urban) und Kater (Timo Lampka) stehen im Mittelpunkt. Pinocchio fällt treuherzig und arglos, vor allem von der Liebe zu seinem Papa geleitet, auf deren Tricks herein. Aber die blaue Fee (Irene Kleinschmidt) weist ihm den rechten Weg. Und so übersteht er unbeschadet seinen Auftritt im Marionettentheater des cholerischen Direktors (Wolfgang von der Burg) oder seine Verwandlung in einen Esel.

Johanna Geißler war ein bezaubernder Pinocchio. Sie gab der Figur auch freche und selbstbewusste Züge. Den Tischler Gepetto, der aus dem sprechenden Holzklotz eine Puppe schnitzt und so ein stolzer Vater wird, spielte Daniele Nonnis als lebenslustigen, Rotwein trinkenden Italiener. Für das pittoreske Bühnenbild mit dem von den Klatschtanten Cravallo und Silencio beherrschten Dorfplatz zeichnete Monika Gora verantwortlich.

Karten: 0421/36 53 333

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