Berlin (dpa) - Der kostenlose Zugang zum Humboldt Forum ist für Kulturstaatsministerin Monika Grütters auch ein Test für andere Museen.

Der freie Eintritt in diesem Haus soll ein Pilotprojekt sein, das nach drei Jahren evaluiert wird", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin. "Dann wird man sehen, wie die Effekte im Haus waren, welche Auswirkungen es auf die Publikumsströme hat und wie sich das auf andere Einrichtungen auswirkt.

Das Humboldt Forum im Berliner Schloss soll von Ende 2019 an als Museums- und Kulturzentrum schrittweise öffnen. In dem rund 600 Millionen Euro teuren Bau sollen einmal mehr als 20.000 Objekte aus Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien zu sehen sein.

Grütters verwies auf den besonderen Charakter des Forums: "Dieses Haus ist eben kein Museum klassischen Typs, sondern eine interdisziplinäre Bildungseinrichtung mit mehreren beteiligten Akteuren." Auch in dieser Hinsicht sei es ein Pilotprojekt. "Wenn man also generell über freie Eintritte bei öffentlichen Ausstellungshäusern nachdenkt, dann eignet sich ein solches nicht klassisches Projekt als Pilotversuch dafür sehr gut."

Auch wegen der unmittelbaren Nähe zur Museumsinsel gilt der freie Zugang als problematisch. "Es stimmt, auf der gegenüberliegenden Museumsinsel muss Eintritt bezahlt werden", räumte Grütters ein. "Es lohnt sich aber auch da, später einmal zu fragen: Sind Erfahrungen aus dem Humboldt Forum übertragbar? Gibt es in Bezug auf das Publikum einen Unterschied zwischen Kunst- und Geschichtsmuseum?"

Die Kulturpolitikerin verwies auf grundsätzliche Fragen: "Wollen wir in Deutschland staatlich geförderte Museen, auch kommunale und Landesmuseen, mit freiem Eintritt oder nur symbolisch niedrigen Eintrittsgeldern?" Im Gegenzug drohen dann neue Lücken in öffentlichen Haushalten. "Zur Gegenfinanzierung müssten wir ja mehrstellige Millionensummen auf den Tisch legen."

Die planmäßige Eröffnung des Humboldt Forums sieht Grütters nicht in Gefahr. "Wir sind noch im Zeit- und Kostenplan. Der Kostenplan macht derzeit weniger Sorge als der Zeitplan. Das will ich auch gar nicht beschönigen."

Für die Öffnung sei "ein eher dramaturgisches Konzept seit eineinhalb Jahren verabredet". Mehrere Etappen erstrecken sich von der Fertigstellung des Gebäudes in der zweiten Jahreshälfte 2019 über Eröffnungen der einzelnen Dauer- und Sonderausstellungen über das ganze Jahr 2020. Auch ohne fertige Ausstellungen hofft Grütters auf einen frühen Gesamteindruck: "Mein Wunsch ist es immer, dass man das Gebäude als solches erleben kann."

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