ROM Die Mafia hat ihn im Visier, doch nun entwickelt sich eine immer größere Welle der Solidarität für den Autor Roberto Saviano (Bild). Wo immer sich der 29-jährige Neapolitaner vor der organisierten Kriminalität versteckt, er nimmt die bemerkenswerte Rückendeckung wahr: Elf Nobelpreisträger, der Staatspräsident, italienische Gemeinden und Regionen stärken dem Verfasser des Anti-Mafia-Bestsellers „Gomorrha. Reise in das Reich der Camorra“ den Rücken.

Saviano will nach wiederholten Morddrohungen der neapolitanischen Camorra Italien verlassen. Also gesellen sich zur Solidarität beschwörende Appelle aus Politik und Kirche, er möge in seinem Kampf bitte nicht das Handtuch werfen und im Land bleiben.

Saviano ist von alldem überwältigt: „Dank für alles, was ihr tut. Dank an das Land, das Widerstand leistet.“ Das schreibt der Mann auf der Flucht an die römische Tageszeitung „La Repubblica“. Sie ist die Speerspitze der internationalen Solidarität für den Autor in Angst.

Bis vor kurzem war kaum bekannt, dass der Schriftsteller quasi ein Gefangener seines Buches ist. Er steht dauernd unter Polizeischutz, wechselt oft die Wohnung. Und wenn Saviano öffentlich auftritt wie unlängst auf der Frankfurter Buchmesse, begleitet ihn die Angst vor Attentaten: Erst vor Wochen gingen wieder Drohungen des Casalesi-Clans durch die Presse, den Autor noch in diesem Jahr umbringen zu wollen. Der außerordentliche Erfolg seines inzwischen in 43 Ländern erschienenen Buches mache der Mafia wohl Angst, meinte Saviano. Dazu trug wesentlich auch die Verfilmung durch Matteo Garrone bei – in Cannes preisgekrönt, könnte der Streifen „Gomorra“ auf Oscar-Kurs sein.

Nobelpreisträger wie Dario Fo, Günter Grass, Orhan Pamuk und Desmond Tutu haben bereits unterschrieben für den Autor, der es gewagt hat, Techniken und Struktur der Mafia mit seinem Buch zu enthüllen: „Er ist gezwungen, im Verborgenen zu leben, während die Mafia-Chefs aus dem Gefängnis heraus weiterhin Todesbotschaften verschicken.“

Mehr Infos: www.repubblica.it

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