OLDENBURG Träume sind manchmal ziemlich komisch. Merkwürdige Personen können im irrwitzigen Nonsens die absurdesten Dinge tun, ohne Sinn und Logik. Ganz genau so ergeht es dem Mädchen Alice, als es einem sprechenden Kaninchen während eines langweiligen Picknicks in seinen Bau folgt. Dort beginnt ein verrückter Kindertraum, voll absurder Komik und wundersamer Figuren. „Alice im Wunderland“ ist ein skurriles Familienstück voller Musik und Magie für Kinder ab acht Jahren, das jetzt im Oldenburgischen Staatstheater Premiere feierte.

„Alice im Wunderland“ und seine Fortsetzung „Alice hinter den Spiegeln“ sind Erzählungen des Engländers Lewis Carroll und fast 150 Jahre alt. Die Inszenierung von Regisseurin Christina Rast verwebt Elemente aus beiden Romanen zu einzelnen Szenen, eine verrückter als die andere. Dabei spielt sie munter mit der blühenden Fantasie und Neugier eines Kindes, das die seltsam unbekannte Welt der Erwachsenen entdeckt – und parodiert sie als Regisseurin. Wie beispielsweise die Sache mit der Zeit, der das weiße Kaninchen immer hinterher läuft. Auch Hutmacher, Siebenschläfer und Märzhase erliegen den Tücken der Zeit: Sie stecken in der Wiederholungsschleife ihres Fünf-Uhr-Tees fest.

Die Theatermaschinerie läuft im Wunderland heiß. Jede Geste wird klanglich wundervoll verstärkt (Musik: Anton Berman). Jedes Erzählfragment hat seinen magischen Rahmen (Ausstattung: Franziska Rast). Die sechs Schauspieler und vier Statisten spielen mehrere Rollen und wechseln ihre aufwändigen Kostüme mehrfach. Und weil Alice dauernd wächst und schrumpft, schweben Türen und andere Requisiten in verschiedenen Größen auf die schräge Gassenbühne im Großen Haus. Über eine von Blättern umrahmte Leinwand plätschern Traumbilder, und Vorhänge sind im Dauereinsatz.

Juliana Djulgerova spielt wunderbar eine aufgeweckte Alice (mit blauen Haaren), Rene Schack entzückt als weißes Kaninchen und Thomas Lichtenstein brilliert als schrille Herzkönigin. Gilbert Mieroph gibt schön mysteriös den Hutmacher, während Rika Weniger und Anne Eversbusch als Diddeldei und Diddeldum ihre Späße treiben.

Karten: 0441/222 51 11

Alle NWZ-Kritiken unter: www.NWZonline.de/theater

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