Im Nordwesten Was macht ein Buch zum guten Buch? Klaus Modick und Bernd Eilert haben darauf eine einfache Antwort: „Ein Buch, das uns gefiel, als wir jung waren, und uns auch im Alter noch am Herzen liegt; wenn also ein Buch altersunabhängig stabil bleibt – das muss ein gutes Buch sein.“ Ein gutes Buch ist also Wegbegleiter, Freund, Lebensabschnittsgefährte. So klar die beiden in Oldenburg geborenen Schriftsteller ihr Kriterium festlegen, so wählerisch sind sie bei der Auswahl der Titel zum Kanon „Ein Jahrhundert – 100 Bücher“.

Die beiden Literaten haben ihre Auswahl exklusiv für unsere Zeitung getroffen und werden nun – beginnend mit dieser Ausgabe – die besten Titel jeweils einzeln darstellen. „Ein persönlicher Kanon kann nur aus Büchern bestehen, deren Lektüre den Leser bewegt – oder, wie Handke es einmal ausdrückte: ,Bei denen uns das Herz aufgeht’“.

Eilert/Modick werden die einzelnen Beiträge allerdings nicht namentlich zeichnen. „Wir fungieren als ,Einheit’ wie Lennon/McCartney“, sagen sie schelmisch.

Und so wird im Laufe der Zeit ein Literatur-Kanon entstehen, zum Lesen, Wundern und Sammeln, der manch erwartbaren Titel anführt, aber auch viele Überraschungen birgt. „Es gibt Bücher, deren literarische Leistung man bewundern kann, die einem aber nicht viel sagen (zum Beispiel Robert Musil und James Joyce), während es einfachere Bücher gibt, die einen begeistern.“

Gehobene Literatur bedeutet für Modick und Eilert niemals abgehoben. „Große literarische Qualität findet sich nicht unbedingt in den sogenannten repräsentativen Werken, sondern häufig auch und besonders in abgelegenen, vergessenen oder unterschätzten.“ Und konkret als Empfehlung für den Einsteiger: „Was sich leicht liest, muss nicht zwingend trivial sein – und umgekehrt ist das Schwerverständliche nicht gleich große Literatur.“

Ob ein Buch am Ende gefällt, sei eine persönliche Angelegenheit, denn „jeder Leser schafft seine eigene Version eines Buchs“. Literarische Qualität erweise sich weniger am Stoff oder am Thema, sondern mehr am Stil; also nicht am „Was“, sondern am „Wie“.

Wie fast alles im kulturellen Leben stellt dieser „Kanon der Literatur“ eine persönliche, subjektive Auswahl von Bernd Eilert und Klaus Modick dar. „Mit ,Beste Bücher’ meinen wir die Bücher, die uns am besten gefallen.“ So einfach kann das sein mit dem guten Literatur-Geschmack.

Oliver Schulz Leitender Redakteur / Redaktion Kultur/Medien
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