Oldenburg /Emden /Berlin Dem Zeichner, Grafiker und Autor Horst Janssen (1929– 1995) sind derzeit nicht nur in Oldenburg und Emden umfangreiche Ausstellungen gewidmet, auch in Berlin wird nun an ihn erinnert. Eine Ausstellung in der Berliner Surrealisten-Sammlung Scharf-Gerstenberg zeigt von diesem Freitag an einen Querschnitt aus dem Werk des Künstlers. Anlass ist auch in der Hauptstadt das Jubiläum: Am 14. November hatte sich der Geburtstag des Allround-Künstlers zum 90. Mal gejährt.

„Lebenskleckse – Todeszeichen“ nennt sich die Schau, die sich mit rund 120 Zeichnungen, Radierungen, Fotografien und Collagen einer weniger bekannten Seite aus dem Lebenswerk Janssens widmet. Eine wichtige Rolle spielen dabei Arbeiten, für die Janssen wie zuvor die Surrealisten mit den Mitteln des Zufalls operierte.

Aus Klecksen ließ er ganze Landschaften entstehen, Schattenumrisse und schwarze Löcher. Die Ausstellung stellt sich dabei die Frage, wie jene Werke entstanden, die heute als „typisch Janssen“ gelten – Landschaften, Porträts und Selbstporträts, den Blumenstillleben und den sogenannten Kopien nach dem Japaner Hokusai oder den Alten Meistern.

Nach dem Studium an der Hamburger Kunstakademie und dem Besuch der Klasse für freie Grafik bei Alfred Mahlau Ende der 1950er Jahre war Janssen zunächst durch seine großformatigen Holzschnitte und Radierungen bekannt geworden. Später widmete er sich der Aquarellmalerei. Eine erste große Werkschau bekam er 1965 in Hannover, 1968 wurde er auf der Biennale von Venedig mit dem Großen Preis für Grafik geehrt. Von den 60er Jahren bis zu seinem Tod schuf er mehr als 50 Radierzyklen und Tausende Einzelblätter. Seine Werke waren unter anderem in Ausstellungen in New York, Tokio, Moskau, Rom, Oslo und Paris zu sehen.

In Oldenburg und Emden kooperieren derzeit zwei Museen, um den Künstler zum Jubiläum angemessen zu würdigen. Beziehungen Janssens zur Bildenden Kunst und zu berühmten Künstlern zeigt die Emder Kunsthalle noch bis zum 26. Januar 2020 anhand von rund 260 Arbeiten auf. Dagegen präsentiert das Horst-Janssen-Museum noch bis zum 15. März 2020 den Literaten und Wortakrobaten. Die Ausstellung in Berlin ist noch bis zum 3. Mai zu besichtigen.

Regina Jerichow Redakteurin (Ltg.) / Kulturredaktion
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