Oldenburg Magische Momente sind, zumal im Jazz, rar gesät. Sie zu suchen, ist eine Aufgabe, die Geschick verlangt, Hartnäckigkeit und Glück. Christoph Felder besitzt diese Eigenschaften, und dennoch ist er sich unschlüssig, ob er magischen Momenten schon näher gekommen ist. „Ich habe einiges gefunden“, sinniert der Kölner Dokumentarfilmer. „Aber ich hoffe noch auf den ultimativen Kick.“

Idealer Protagonist

Felder (56), der Jäger der magischen Momente, hat sich mit dem Jazz eben ein recht flüchtiges Jagdobjekt ausgesucht. In Studios und auf Bühnen in Köln, Tokio, Dubai und New York hat er es bereits aufgespürt, aber er jagt weiter. Sogar in Oldenburg: Am 29. Januar hofft Felder im Jazzclub „Wilhelm13“, magische Momente zu hören und sein Filmprojekt „Blue – Magic Moments in Jazz“ zu voll­enden.

Dass die Abfolge internationaler Drehorte ausgerechnet im nur 100 Zuschauer fassenden W13-Saal endet, hat Christoph Felder der zentralen Figur seiner Dokumentation zu verdanken: Martin Sasse. Der europaweit hochgelobte Jazzpianist aus Köln (und Freund des Regisseurs) „ist der ideale Protagonist, um meine langgehegte Idee, etwas Filmisch-Musikalisches zu machen, umzusetzen“, sagt Felder.

Kamerateam im Jazzclub

Das Konzert „Trio Classics“ mit dem Martin-Sasse-Trio findet am Donnerstag, 29. Januar, um 20 Uhr im Oldenburger Jazzclub „Wilhelm13“ an der Leo-Trepp-Straße 13 statt. Der Auftritt wird von einem kleinen Kamerateam für den Film „Blue“ mitgeschnitten.

Karten gibt es unter Telefon   04481/92 02 27 oder unter

    www.wilhelm13.de

Hardbop-Spezialist Sasse ist für den erfahrenen Dokumentarfilmer zudem „Voraussetzung“, dass sich magische Momente in der Musik einstellen. Als Vorbild gilt allen das Album „Kind of Blue“ von Miles Davis aus dem Jahr 1959, und dessen ehemaliger Saxofonist Rick Margitza erklärt dazu heute: „Magie im Jazz passiert, wenn du nicht darüber nachdenkst und die Musik einfach durch dich hindurchfährt.“

Mit Margitza hat Sasse für den Film ebenso gespielt wie mit dem Star-Saxofonisten Steve Grossmann oder dem einstigen Davis-Schlagzeuger Jimmy Cobb. Kooperationen, die der Pianist schätzt. „So können wir auf unserer Filmmusik-Reise herausfinden, wo die magischen Momente liegen, wie sie entstehen.“

Dass diese Magie nach Tokio, Dubai und New York auch in Oldenburg entstehen könnte, ist so ausgeschlossen nicht. Das Konzert am 29. Januar, zustande gekommen durch Sasses Bekanntschaft zum Oldenburger Oliver Herbolzheimer, zeigt den gefragten Pianisten als Teil eines Trios.

Intime Atmosphäre

Zusammen mit Henning Gailing (Bass) und Joost van Schalk (Schlagzeug) geht Sasse auf einen Streifzug durch die Jazzpiano-Trio-Geschichte. „Wie wichtig diese Sequenzen im Film sein werden, ist natürlich offen“, betont Felder, der dank der „intimen Atmosphäre des Clubs“ aber gute Chancen auf magische Momente sieht.

Gezeigt wird das ungewöhnliche Jazz-Dokument „Blue“ ab Sommer 2015 – eventuell auch beim Internationalen Filmfest Oldenburg im September.

Klaus Fricke
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