GRONINGEN GRONINGEN - Den Blick fest auf das Gesicht gerichtet, tritt der Betrachter den Personen entgegen, die von der Wand den Blick zurückwerfen oder ihn abwenden. Die Groninger Ausstellung der eigenen Sammlung von Fotografien fasziniert: Die Lebensgröße einzelner Arbeiten schafft zu gleichen Teilen Monumentalität und Gleichrangigkeit zwischen Model und Besucher.

Dann aber gerät dieser in Situationen, die ihn überraschen und ihn vor die Frage stellen, ob er wirklich dabei sein möchte: Andres Serranos „Eine Geschichte des Sex“ oder Mischa Kleins „Virtualistische Motive“ mit scheinbar lärmenden Teenies reizen junge Mädchen zum verlegenen Lachen und ältere Personen zum raschen Fortschreiten. Beide erholen sich im zentralen Raum bei den Modefotografien von Ines van Lamsweerde und Vinoodh Matadin. Manchen ihrer Motive ist man in Modejournalen schon begegnet.

Die sorgfältig inszenierte Ausstellung hat Malern und Performern ein separates Kapitel eingeräumt, das anzeigt, wie anders sie die Fotografie einsetzen: Bruce Nauman verzerrt das Gesicht, zieht an der Haut, wirft den Mund auf und verfremdet, was Fotografen meistens glätten. Gilbert & George haben 1974 die Installation „Dunkle Schatten Nr. 2“ aus Selbstbildnissen, Räumen und schlichten Licht- und Schattenmotiven geschaffen. Martin Kippenberger zeigt sich verkleidet als „Helmut Newton für arme Leute“, und Jeff Koons hat sich als Lehrer dargestellt, der inmitten von Schulklassen oder Hollywood-Devotionalien angeblich Kunst unterrichtet. Selten und klein sind die Fotografien von Stars wie Audrey Hepburn, 1951 gesehen von Angus McBean, oder Bruce Low, 1955 fotografiert von Paul Huf.

„OOG IN OOG“ ist bis 4. Dezember im Groninger Museum, Museumeiland 1, zu sehen. Geöffnet: täglich außer montags 10-17 Uhr.

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