HELGOLAND James Krüss hätte sie sicher gemocht, diese gelben, roten und blauen Holzhütten. Wie Puppenhäuser stehen die verkleinerten Hummerbuden auf dem Museumshof des Helgoländer Insel-Museums. Mit Ausstellungen zu Sonderstempeln, einem Künstler-Atelier, vor allem aber mit einer Dauer-Schau über den beliebten Kinderbuchautor James Krüss will man in diesen Buden das Angebot ausweiten. In den echten Hummerbuden lagerten die Hummerfischer früher ihre Fallen und Gerätschaften.

Rechtzeitig zu Krüss’ zehntem Todestag am 2. August wurde die Ausstellung über ihn jetzt schon einmal inoffiziell eröffnet. Für den offiziellen Akt am 1. September haben sich Prominente und Wegbegleiter des Jugendbuchautors angemeldet, darunter als Sprecher seiner Hörbücher Wiglaf Droste, Uwe Friedrichsen und Friedhelm Ptok sowie die Illustratoren Verena Ballhaus, Rotraut Susanne Berner und Reinhard Michl.

„,Tim Thaler und das verkaufte Lachen’ kennt eigentlich jeder", glaubt Jörg Andres, der sich ehrenamtlich für das Museum engagiert. Der Junge, der einem reichen Geldsack gegen ein Leben in Saus und Braus sein kindliches Lachen verkaufte, wurde 1962 zu Krüss’ größtem Erfolg.

1978 wurde der Jugendroman als TV-Mehrteiler verfilmt. Stolz blättert Andres in einer chinesischen Ausgabe, die in einem Regal mit Krüss-Ausgaben steht. „Der Sängerkrieg der Heidehasen“, „Mein Urgroßvater und ich“, „3 x 3 an einem Tag“ und auch das letzte Buch „Bongos Abenteuer“ von 1989 stehen da.

Doch immer wieder deuten bereits die Titel seiner Bücher auf Krüss innige Liebe für die Hochseeinsel hin. „Der Leuchtturm auf den Hummerklippen“ war 1956 sein erster Erzählband, 1977 und 1978 folgten „Sommer“ bzw. „Gäste auf den Hummerklippen“. 1983 schrieb er „Freunde von den Hummerklippen“ und beschrieb im Jahr darauf in „Weihnachten auf den Hummerklippen“ die stille Jahreszeit auf dem roten Felsen.

„Viele Verwandte von ihm wohnen noch auf der Insel“, sagt Andres. Dabei hat der Autor selbst nur wenig Zeit auf der Insel verbracht. Am 31. Mai 1926 als Sohn eines Elektrikers dort geboren, musste er 1941 wie alle Zivilisten die Inselfestung verlassen. Er wurde Lehrer, trat aber nie in den Schuldienst ein. Nach Fronterlebnissen in Böhmen in den letzten Kriegsmonaten zog er nach Cuxhaven.

Weil die Insel noch von den Alliierten für Sprengstofftests genutzt wurde, gab Krüss ab 1948 das Magazin „Helgoland“ für die verstreuten Insulaner heraus. Später zog er nach München und wurde ein Freund Erich Kästners. Nach ersten Bucherfolgen zog er mit seinem Lebenspartner in ein Haus auf Gran Canaria, dort starb er 1997.

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