Hannover Einmal allein mit Mona Lisa: Wer möchte das nicht? Kein dichtes Gedränge vor dem Bild wie im Pariser Louvre. Nur das weltberühmte Ölgemälde aus der Hochphase der italienischen Renaissance und sein Betrachter. Eine Nachbildung des Kunstwerks ist zurzeit im Landesmuseum in Hannover zu sehen – als Teil der Ausstellung „Leonardos Welt“.

Die multimediale Schau ist still und leise im März, mitten im Shutdown der Corona-Pandemie, eröffnet worden. Nun ist „Da Vinci digital“, wie der fast seherische Untertitel lautet, wieder fürs Publikum geöffnet. Maximal 50 Besucherinnen und Besucher dürfen zeitgleich die Leonardo-Welt auf gut 800 Quadratmetern erkunden, so Museumssprecherin Nicola Kleinecke. Die Gäste erleben einen Einblick in die Zukunft des Museums.

Die Schau im ersten Stock des Museums ist eine einzige Multimedia-Installation: Mithilfe von Filmen und Projektionen werden die Werke des Universalgenies zum Leben erweckt – Bilder wie Fluggeräte. Lichteffekte, Bilder, Töne und Farben verbinden sich zu einem großen audiovisuellem Erlebnis. Die Grenzen von Kunst und Realität verschwimmen. Die Ausstellung beginnt mit einer filmischen Einführung in Leonardos Leben und seine Zeit. In einem weiteren Teilbereich begrüßt der Meister persönlich die Besucher – von einem Schauspieler als Hologramm zum Leben erweckt. Die Ähnlichkeit mit Gandalf aus dem Kinoepos „Herr der Ringe“ ist unverkennbar. Und dann gibt es noch „Die unmögliche Galerie“: Zwölf bekannte Kopien von Bildern des Visionärs.

Die multimediale Sonderausstellung, die in Hannover ihre Deutschland-Premiere erlebt, wurde bis zum 25. Oktober verlängert. Die Schau katapultiert den Vordenker der Renaissance ins digitale Zeitalter. Weil Führungen derzeit nicht möglich sind und die Museumspädagogik auf Null heruntergefahren wurde, gibt es einen Podcast der Kuratoren. „Kulturimbiss“ nennt sich das Angebot, das vor der Corona-Pandemie eigentlich Mittwochmittags als realer Vortrag angeboten wurde.

Gleichwohl investiert das Landesmuseum unweit des Maschsees auch in die analoge Welt. Im Zuge einer Generalsanierung werden die alten Glasdächer des 1902 errichteten Baus erneuert. Rund 6,5 Millionen Euro stellt das staatliche Baumanagement bereit, erläutert Kleinecke. Das Museum nutzt die Gelegenheit, um den Südflügel, in dem sonst Werke der Impressionisten wie Max Liebermann, Max Slevogt oder Lovis Corinth hängen, zu sanieren. Handwerker haben mehrere Wände herausgeschlagen. Die alten, großzügigen Fluchten werden wiederhergestellt. Kleinecke zufolge sollen Ende 2021 sämtliche Baumaßnahmen abgeschlossen sein. Die nächste Sonderschau wird im Juni eröffnet: die „Duckomenta“. Dann können die Besucher wieder eine Mona Lisa sehen; allerdings mit Entenschnabel.  Das Niedersächsische Landesmuseum Hannover , Willy-Brandt-Alle 5 in Hannover, ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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