Hamburg Seine Ursprünge fand das sogenannte Slasherkino, in dem in der Regel eine Gruppe von Teenagern von einem furchteinflößenden Killer bedroht wird, bereits in den frühen 1930er Jahren. Zu massentauglicher Berühmtheit verhalf ihm aber erst ein kleiner Junge im Jahr 1978, der skrupellos seine Schwester mit einem Messer ermordete und später das kleine Örtchen Haddonfield unsicher machte.

Es war die Geburtsstunde des maskierten Serienkillers Michael Meyers und Jamie Lee Curtis als Laurie. Seither wurde „Halloween“ mehrfach fortgesetzt und auch neu aufgelegt. Nun hat der Regisseur und Drehbuchautor David Gordon Green für seinen „Halloween“ (Kinostart an diesem Donnerstag) neue Regeln aufgestellt.

Verweise aufs Original

Wir befinden uns wieder in Haddonfield – ganze 40 Jahre nach den tödlichen Ereignissen jener Halloweennacht. Die Ereignisse von „Halloween II“ bis zu „Halloween: Ressurection“ haben nie stattgefunden und auch das Gerücht, Laurie (immer noch top in Form: Jamie Lee Curtis) sei die Schwester des brutalen Killers, war lediglich eine Erfindung der Presse. Keine Legende ist dagegen, dass Michael Meyers ausgerechnet einen Tag vor Halloween aus der Psychiatrie ausgebrochen ist, um sich auf die Jagd nach Laurie zu machen, die ihm als einziges seiner Opfer entkommen konnte.

Alt und grau geworden, wartet sie in einer zum Hochsicherheitstrakt umgebauten Hütte darauf, ihrem Erzfeind endlich in die Augen sehen und ihn eigenhändig umbringen zu können. Nur ihre Familie soll nicht in die Sache hineingezogen werden. Und während sich Michael seine Maske wieder aufsetzt und Kurs auf sein Heimatstädtchen nimmt, versucht Laurie verzweifelt, ihre Tochter Karen (Judy Greer) und ihre Enkelin Allyson (Andi Matichak) zu beschützen.

„Halloween“ verbeugt sich an vielerlei Stellen vor dem Original – angefangen beim Vorspann bis hin zu den vielen szenischen Querverweisen, die der Vorlage huldigen. Gleichzeitig aber ist dieser Film doch klar ein Produkt seiner Zeit. Alles sieht groß und geleckt aus, weg ist der Dreck des Verbotenen und damit auch ein wenig der Reiz des Bösen.

Doch auch wenn Michael Meyers mittlerweile nur noch einer von vielen Serienkillern ist, denkt Gordon Green seine Fortsetzung nicht bloß inhaltlich weiter. Vor allem inszenatorisch balanciert er stilsicher zwischen Nostalgie und Moderne.

Für viele Fans sicher entscheidend: Meyers bleibt auch in „Halloween“ ein Phantom. Zwar ist er mehrmals ohne seine berühmte Maske zu sehen, doch die Kamera rückt den emotionslosen Hünen immer genau so ins Bild, dass einem das freiliegende Gesicht im letzten Moment verborgen bleibt. Neue Impulse setzt der Film, wenn es darum geht, die Auswirkungen der Haft – immerhin saß Michael 40 Jahre hinter Gittern – zu zeigen.

Hierbei spielt nicht nur die neu eingeführte Figur eines Psychologen eine wichtige Rolle, sondern auch die Wahrnehmung der „Legende Michael Meyers“ in Haddonfield. Dort ging das Leben einfach weiter. Als jetzt die Runde macht, dass der Mann aus seiner Haft ausgebrochen ist, müssen sich plötzlich alle mit dem auseinandersetzen, was sie allzu lang verdrängt haben. „Halloween“ funktioniert daher auch als psychologische Studie über Angst und Verdrängung.

Details angedeutet

So richtig brutal wird es übrigens nicht. Zwar gibt es eindeutig mehr Blut zu sehen als im ersten Teil von 1978, wo die schlimmen Details der Fantasie des Zuschauers überlassen wurden. Doch mit Ausnahme von zwei Szenen belässt es auch David Gordon Green bei Andeutungen. Es ist einfach viel spannender, Michael minutenlang zu verfolgen, wie er sich durch Haddonfield schleicht, sich ein Messer sucht und Jagd auf die ihn längst erwartende Laurie macht, bis es endlich zum Showdown kommt!

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