Oldenburg Wieso, weshalb, warum? Was ist was? Wenn Kinder beginnen, die Welt zu entdecken, haben sie vor allem eines: viele Fragen. Sie wollen es ganz genau wissen. Diese Neugier macht sich in diesem Jahr auch die Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse zu eigen. Das Sachbuch steht im Mittelpunkt der 39. Kibum (2. bis 12. November).

Mit „Band 1 – Die Erde“ schuf der Tessloff-Verlag 1961 seine Was-ist-Was-Reihe und so etwas wie den Prototypen dieser Literatur-Gattung. Doch in fünf Jahrzehnten habe sich einiges verändert, schildert die Münchner Expertin Renate Grubert: „Vor allem der Pisa-Schock im Jahr 2000 hat einen regelrechten Sachbuch-Boom in deutschsprachigen Ländern ausgelöst.“ Es schien so etwas wie Nachholbedarf zu geben.

Die Verlage überboten sich nach dem schlechten Abschneiden Deutschlands im internationalen Bildungsvergleich zeitweise bei der Entwicklung neuer Wissensreihen. Mit mehr als 13 Prozent verzeichnete das Genre einen nie zuvor gekannten Anteil an der Kinder- und Jugendbuchproduktion. Inzwischen sei der Markt wieder auf Normalmaß geschrumpft, sagt Grubert: „Die thematischen Wiederholungen sind einem neuen Einfallsreichtum gewichen. Den Trend hat auch die Frankfurter Buchmesse bestätigt.“

Aber was unterscheidet ein gutes Sachbuch von einem schlechten? „Gute Sachbücher erklären verständlich, stellen Zusammenhänge her und regen damit wieder zum Nachdenken und Nachfragen an“, beschreibt Grubert. Die Publizistin leitet die Pressestelle der Kinder- und Jugendbuchverlage der Gruppe Random House und wird im Begleitprogramm der Kibum von ihren Erfahrungen berichten. Wenn Sachbücher ihre Leser überraschen, ohne die Realität zu verzerren oder zu verkitschen, sei ein wichtiges Ziel erreicht. „Spielerische Elemente sind zu begrüßen, wenn sie einen Mehrwert bieten“, meint Grubert. Ein ansprechendes Sachbuch sei durch Fernsehen oder Internet nicht zu ersetzen.

Bereits an Kinderwagen baumeln heutzutage oft schon die ersten Exemplare aus dicker Pappe und beißfestem Karton. „Dabei handelt es sich um Sachbücher im wahrsten Sinne, denn sie bilden Sachen ab“, erklärt Grubert. Die Beobachtungen der Babys und Kleinkinder werden somit auf den Seiten gespiegelt. Und auch danach setzen viele Verlage auf eine kontinuierliche altersgerechte Staffelung, etwa in den sogenannten Junior- oder Mini-Reihen. Die beliebtesten Themen, so die Expertin, seien nach wie vor Tiere und Natur.

Dem Was-ist-Was-Band 1 folgten inzwischen mehr als 130 weitere Ausgaben.


Infos:   www.kibum-oldenburg.de 
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